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Alle Tonträger sind digital als Download über bandcamp verfügbar https://udoschindler.bandcamp.com/album/

reviews

Udo Schindler & Elisabeth Harnik Poetry of Friction

25.05.2025 Musik- & Pianohaus Schwinghammer, Weilheim: „Poetry of Friction“ (arch-musik,

am_DL066) – mit gleicher Instrumentierung gestaltet US das Wiederhören mit ELISABETH

HARNIK am Bechstein. Als Motto nehmen sie aus Wolfgang Hildesheimers „Nachlese“

den subtilen Vorsatz: Mild und leise treibe ich mein Unwesen vor mir her über weite

Zwiespälte und triftige Gründe. Dazu wechseln sie von Klings 'Körperzweig'-Metapher mit

Deleuze ins Rhizomische und Molekulare: 'Mycelial Amalgamations', 'Fragments', 'Particles'.

Mit Press- und Schwebklang, ploppig und wolkig, mit bebenden oder gepickten

Strings, schnarrenden Lippen, romantischer und motorischer Klimperei, kakophonem

Kornett, satyrischer Klarinette. Drahtig flirrend und mit Koboldsprüngen zu dunklem

Hauch und angerautem Tenorsound. Mit launigen Animalismen und quäkiger Klarinette zu

drahtigem Klirren, Plonken, holzigem Klopfen, wühlendem Tastenspiel, gewendet ins Zarte

und Delikate. Zu Piccolopfiff und Klarinettenquäk wechselt Harnik von drahtigem, rasseligem

ppp und bedächtigen Tönen zu krabbeliger Wallung. Sie federt und kratzt nochmal

im Innenklavier und quirlt und hämmert die Tasten zu krächzenden und röhrendem Tenorsax...

hm, walking abroad, across wide conflicts and good reasons? Rigobert Dittmann BAD ALCHEMY

May 25, 2025 Musik- & Pianohaus Schwinghammer, Weilheim: “Poetry of Friction” (arch-musik,

am_DL066) – with the same instrumentation, US performs a reprise with ELISABETH

HARNIK on the Bechstein. As their motto, they take from Wolfgang Hildesheimer’s “Nachlese”

the subtle resolution: Gently and quietly I carry on my mischief before me across vast

divides and sound reasons. To this end, they shift from Kling’s “body branch” metaphor to

Deleuze’s rhizomatic and molecular concepts: “Mycelial Amalgamations,” “Fragments,” “Particles.”

With pressed and suspended tones, plucky and cloudy, with trembling or plucked

strings, rattling lips, romantic and motoric tinkling, cacophonous

cornet, satyric clarinet. Wirey, shimmering, and with goblin-like leaps into dark

breaths and a roughened tenor sound. With whimsical animalisms and a squeaky clarinet into

wirey clinking, plonking, woody tapping, burrowing keyboard play, turning into the tender

and delicate. To the sound of a piccolo whistle and a quacking clarinet, Harnik shifts from wiry, rattling

ppp and deliberate tones to a crawling surge. She bounces and scratches again

on the inner piano and swirls and hammers the keys into a croaking and roaring tenor sax...

hm, walking abroad, across wide conflicts and good reasons?

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German multi-instrumentalist Udo Schindler has been recording and releasing music relentlessly over the last few years. The reviews below offer a glimpse of just some of his production over the first half of this year.

Der deutsche Multi-Instrumentalist Udo Schindler hat in den letzten Jahren unermüdlich Musik aufgenommen und veröffentlicht. Die folgenden Rezensionen geben einen Einblick in nur einen Teil seiner Produktionen aus der ersten Hälfte dieses Jahres.

Udo Schindler and Elisabeth Harnik – Poetry of Friction (arch-musik, 2026)

To his immense credit, architect of buildings (by day) and sounds (by night) Udo Schindler is tireless and itinerant. He has some of core collaborators – see Harald Kimmig and Eric Zwang Eriksson on Imprints of Experiences below – but, more often, he pushes his music forward by performing with new musicians. Presumably, this forces him and his collaborators to adapt to each other on the spot, and in the process explore unanticipated sonic territories.

Poetry of Friction captures Schindler on tenor sax, clarinet, and cornet in a duo with Elisabeth Harnik on Bechstein piano (in and out) at a May 2025 performance at Musik- & Pianohaus Schwinghammer in Weilheim in Oberbayern, Germany. The affair is largely muted. Both Harnik and Schindler have been studying extended techniques and uncustomary articulations for years, and as should be of no surprise given the title, they continue to do so here, focusing on frictions, burbles, and heavy vibrations rather than anything crisp or ostensibly melodic. If one were to consider this a duel, Schindler has found his match in Harnik, who just as adeptly swings from idiomatic to non-idiomatic techniques. Some passages are blustery and beautiful. Some are hardly audible, roughly textured flutters and other understated soundscaping. Whichever way the duo veers, however, Schindler and Harnik stay linked and measured, wandering wide spaces but most often in tandem, which finds an unexpected potential in the soulful and dramatic climax and release of its final minutes.

Es spricht sehr für ihn, dass Udo Schindler – tagsüber Architekt von Gebäuden, nachts von Klängen – unermüdlich und stets unterwegs ist. Er hat zwar einige feste Mitstreiter – siehe Harald Kimmig und Eric Zwang Eriksson unter „Imprints of Experiences“ weiter unten –, doch meist treibt er seine Musik voran, indem er mit neuen Musikern auftritt. Vermutlich zwingt dies ihn und seine Mitwirkenden dazu, sich spontan aufeinander einzustellen und dabei unerwartete klangliche Gefilde zu erkunden.

„Poetry of Friction“ fängt Schindler am Tenorsaxophon, an der Klarinette und am Kornett im Duo mit Elisabeth Harnik am Bechstein-Flügel (mal mit, mal ohne) bei einem Auftritt im Mai 2025 im Musik- & Pianohaus Schwinghammer in Weilheim in Oberbayern ein. Die Darbietung ist größtenteils gedämpft. Sowohl Harnik als auch Schindler beschäftigen sich seit Jahren mit erweiterten Spieltechniken und ungewöhnlichen Artikulationen, und wie der Titel bereits vermuten lässt, setzen sie dies auch hier fort, wobei sie den Fokus eher auf Reibungen, Gurgelgeräusche und kräftige Schwingungen legen als auf etwas Knackiges oder scheinbar Melodisches. Würde man dies als Duell betrachten, hat Schindler in Harnik seine ebenbürtige Gegnerin gefunden, die ebenso gekonnt zwischen idiomatischen und nicht-idiomatischen Techniken wechselt. Manche Passagen sind stürmisch und wunderschön. Andere sind kaum hörbar – grob strukturierte Flattergeräusche und andere zurückhaltende Klanglandschaften. Doch egal, in welche Richtung das Duo auch ausschweift, Schindler und Harnik bleiben miteinander verbunden und besonnen; sie durchstreifen weite Räume, meist jedoch im Gleichklang, was in dem gefühlvollen und dramatischen Höhepunkt und der Auflösung in den letzten Minuten ein unerwartetes Potenzial entfaltet.

By Nick Ostrum  / Friday, July 31, 2026

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Udo Schindler (Krailling)

Der Kraillinger, bei der DownBeat Critics Poll 2026 bepunktet als Beyond instrumentist of the year neben Urs Leimgruber, muss mir vergeben, dass ich einmal geblinzelt habe. Was derweil geschah:

20./21.03.2018 StudioUS Krailling/Kulturhaus KOESK München-Westend: Embracing the Materials (arch-musik – am_DL069). US an Cornet, Bass Clarinet, Soprano Saxophone, F-Tuba und SASCHA HENKEL an Electric Guitar & Electronics plus anderntags noch JOHANNES ÖLLINGER, ebenfalls E-Gitarre & Efx, touchieren da Draht und Luft. So rückkopplerisch wie in jenem Gedicht des brasilianischen Lyrikers, Übersetzers und Musikkritikers Augusto de Campos, wo das Verändern von allem Möglichen letztlich den Veränderer selbst verändert. So sublim wie die Hochzeit von beidseits rost- und borkenrauer Dissonanz, schrappeliger Verve, Gurgelstock- und Duck-call-Gusto und prasseligem Noise mit beidseits sonorem, welligem, vibrierendem Schweb- und Tüpfelklang.

01.06.2025 Chor- & Gesangszentrum Haidhäusl: Passing on the Fleeting – Joyful Reunion Vol.2 [Haidmühle] (am_DL072). Vereint als SCHI.VA umarmen mit Uli Winter am Cello und Fredi Pröll an Drums 2/3 des Trio Now! zusammen mit USan Clarinet, Bass Clarinet, Cornet, Piccolo Flute den sommerlichen Moment. Alle mögen Cello, ich mag's, wenn US mit dem Kornett brütet, maunzt, in Wehen presst. Pröll rubbelt, sägt an Metallkanten, schwingt Besenwische, tockelt, federt, fummelt, lässt Becken eiern. US hebammt die Bassklarinette aus der Steißlage ins Altissimo. Groove und Break, Groove und Rattenfängerflöte. Und das folgende Klarinetten-Cello-Duo gerät in Prölls hyperaktive Fänge.

20.06.2025 StudioUS Krailling: Cognitive Interweavings for Duo (am_DL068). US an Soprano Saxophone, Bass Clarinet, Tubax & Cornet und FLO STOFFNER an Electric Guitar & Devices verweben Kett- und Schussfäden zu vertikalen und diagonalen Streifen, Wellenlinien und Blumenmustern. Zahm und lahm gibt es bei US nicht, nicht mit Piano, nicht mit Kontrabass und schon gar nicht mit E-Gitarre. Sharp, Hirt, Willers, Henkel... Und auch der Zürcher zerrt, pickt, biegt, klopft hier die Saiten far out in Sonic-Fiction-Regionen, wo die Tubax ihn mit Schleiertanz begrüßt, wo das Soprano der Sphärenharmonie und dem Ernst des Lebens spottet und die Bassklarinette sich selber.

20./21.09.2025 Projektraum Streitfeld München / StudioUS: Sharing the Fleeting Moments (am_DL070) / Akustronik_Researches for Duo (youtube). US an Soprano & Tenor Saxophone, Clarinet, Cornet, MATIJA SCHELLANDER per Analogue Electronic und der Drummer ERIC ZWANG ERIKSSON teilen innert 50 flüchtiger Minuten eine 'Poetik des Zusammenbruchs' und eine 'Reinkarnation der Schatten' mit 'Immerwährender Leichtigkeit'. Das elektronische Knattern, Zischen, Zwitschern und pseudoperkussive Krachen öffnet selbst der freisinnigen Klapper-, Tröt- & Quäkerei noch ein Extraspektrum an Dynamik und kakophiler Narretei. In Krailling setzten US und sein Wiener Spielgefährte mit Pokerface das klangpoetische Mitein-ander fort. Krächzend und kontrabasstief gründelnd im Röhricht und mit knöpfchen-fummlerischer Akribie. Alles Getue um die hellhörige und empfindsame Ernst-haftigkeit der Improvszene ist, ihr könnt's mir glauben, nur Camouflage für die Spielsucht und den – nicht selten tiefsinnigen – Leichtsinn von Rasselbanditen und – teils paradox humorlosen – schrägen Vögeln.

10./11/12.10.2025 StudioUS/Musikseminar München/Musik- & Pianohaus Schwing-hammer Weilheim: Découverte de lmmédiat (am_DL067). US an Clarinets & Saxo-phones und MICHEL WINTSCH an Pleyel-, Kawai- & Bechstein-Pianos machten mit 'Intrusion de la mémoire', 'Eclat de lumière' und 'Tempête sans vent' Musik in Anklang zu Bildern von Etel Adnan und zur Adnan-Anthologie „Sturm ohne Wind“ (Edition Nautilus). Nicht ohne dreckspatzigen Spott, Dinosaurus- oder Minotaurus-Brunft und Clusterfuck knüpfen sie an die Verspieltheit der Groupe des Six und des 'jazzigen' Hindemith und Schostakowitsch an. Der Genfer Klimperwizard als WHO- und WWW-Vertreter teils 'col legno', präpariert auf Draht, als Gene Kelly über Stufen. US mit zirpender Verzerrung, herben Zungenschlägen, rauen Schreien. Adnan war bemüht, die Stille zu verschieben und suchte das Gespräch mit ihrer Seele. Die beiden gehen damit bis ins Innerste, bis zum Äußersten, d'accord. Bad Alchemy #135 / Rigobert Dittmann / August 2nd, 2026

   

Udo Schindler (Krailling)

The Krailling native, who was named ‘Beyond Instrumentalist of the Year’ in the 2026 DownBeat Critics’ Poll alongside Urs Leimgruber, will have to forgive me for having blinked once. What

happened in the meantime:

20–21 March 2018 StudioUS Krailling/Kulturhaus KOESK Munich-Westend: Embracing the

Materials (arch-musik – am_DL069). US on cornet, bass clarinet, soprano saxophone, F

tuba and SASCHA HENKEL on electric guitar & electronics, plus JOHANNES ÖLLINGER the following day, also on electric guitar & effects, were making music with wires and air. As feedback-laden as in that poem by the Brazilian poet, translator and music critic Augusto de Campos, where the transformation of all manner of things ultimately transforms the transformer himself. As sublime as the marriage of mutually rusty and bark-rough dissonance, strumming verve, gurgling and duck-call flair, and crackling noise with sonorous, undulating, vibrating sustained and dotted notes on both sides.

1 June 2025 Haidhäusl Choir & Vocal Centre: Passing on the Fleeting – Joyful Reunion

Vol. 2 [Haidmühle] (am_DL072). United as SCHI.VA, Uli Winter on cello and Fredi Pröll on drums – two-thirds of Trio Now! – join US on clarinet, bass clarinet, cornet and piccolo flute to embrace this summery moment. Everyone likes the cello; I like it when US broods over the cornet, meows, and strains as if in labour. Pröll rubs, saws at metal edges, swings a broom, taps, bounces, fiddles, makes the cymbals wobble. US takes the bass clarinet from its lowest register up to the altissimo. Groove and break, groove and Pied Piper’s flute. And the ensuing clarinet-cello duo falls into Pröll’s hyperactive clutches.

20 June 2025 StudioUS Krailling: Cognitive Interweavings for Duo (am_DL068). US on soprano

saxophone, bass clarinet, tubax & cornet and FLO STOFFNER on electric guitar & devices weave warp and weft threads into vertical and diagonal stripes, wavy lines and floral patterns. There’s nothing tame or lame about US – not with piano, not with double bass and certainly not with electric guitar. Sharp, Hirt, Willers, Henkel… And the Zurich-based musician, too, drags, plucks, bends and taps the strings here, venturing far out into regions of sonic fiction, where the Tubax greets him with a veiled dance, where the soprano mocks the harmony of the spheres and the seriousness of life, and the bass clarinet mocks itself.

20–21 September 2025 Projektraum Streitfeld, Munich / StudioUS: Sharing the Fleeting Moments (am_DL070) / Akustronik_Researches for Duo (YouTube). US on soprano & tenor saxophone, clarinet, cornet, MATIJA SCHELLANDER on analogue electronics and the drummer

ERIC ZWANG ERIKSSON share, within 50 fleeting minutes, a ‘poetics of collapse’ and a ‘reincarnation of shadows’ with ‘everlasting lightness’. The electronic crackling, hissing, chirping and pseudo-percussive crashes open up even to the free-spirited clattering, tooting and squawking an extra spectrum of dynamics and cacophonous follies. In Krailling, US and his Viennese musical partner continued their sound-poetic collaboration with a poker face. Croaking and probing deep as a double bass through the reeds with button-fiddling meticulousness. All the fuss surrounding the sensitive and perceptive seriousness of the improv scene is, believe me, merely camouflage for the compulsion to play and the – often profound – recklessness of rattle-bandits and – partly paradoxical humourless – eccentric characters.

10–12 October 2025 StudioUS/Music Seminar Munich/Schwinghammer Music & Piano House

Weilheim: Découverte de l’Immédiat (am_DL067). US on clarinets & saxophones and MICHEL

WINTSCH on Pleyel, Kawai & Bechstein pianos performed ‘Intrusion de la mémoire’, ‘Eclat de lumière’ and ‘Tempête sans vent’, creating music in response to images by Etel Adnan and the Adnan anthology ‘Sturm ohne Wind’ (Edition Nautilus). Not without cheeky mockery, dinosaur or Minotaur rutting and clusterfuck, they draw on the playfulness of the Groupe des Six and the ‘jazzy’ Hindemith and Shostakovich. The Geneva-based tinkling wizard, representing WHO and WWW, plays partly ‘col legno’, with the instrument prepared on wire, like Gene Kelly on the steps. US with chirping distortion, harsh tongue clicks, rough screams. Adnan strove to shift the silence and sought a dialogue with her soul. The two of them take this right to the very core, to the very extremes, d’accord.

Reviews

Udo Schindler & Michel Wintsch – voyelles color​é​es au bord du lac

https://www.nieuwenoten.nl/?p=18612

Na beschouwingen van Udo Schindler in combinatie met slagwerkers, afgelopen vrijdag en met violiste Irene Kepl, gisteren, is het nu de beurt aan de pianisten. Vandaag besteed ik aandacht aan de Cd ‘Synergetic Matches’ die Schindler in zijn eigen studio in Krailling, net buiten München, opnam met Elisabeth Harnik en aan het louter als download verkrijgbare ‘voyelles color​é​es au bord du lac’, dat Schindler opnam met Michel Wintsch. Morgen is het aansluitend de beurt aan ‘Disturbed Terrains’, waarop we Schindler horen met Rieko Okuda.

In de eerste van de zes ‘Synergetic Matches’ gaat dit duo direct knallend van start, om al vrij snel daarna in rustiger vaarwater te belanden. Schindler produceert bijzonder experimentele klanken op zijn basklarinet, Harnik bevindt zich onder de klep om aansluitend middels haar toetsen gortdroge, percussieve geluiden te produceren. In het tweede deel horen we Harnik weer met de gewone klank van de piano een weerbarstig notenweb produceren. Het derde deel vangt aan met ingetogen solospel van Harnik op de toetsen, onderwijl de snaren manipulerend. Op de achtergrond horen we Schindler die de hoorn van zijn althoorn bewerkt met een strijkstok, aansluitend horen we hem erop blazen. Een wat weemoedig geluid producerend. Wat ook werkt: een tamboerijn op de opening van de hoorn leggen, iets wat weer net even een ander effect heeft. Dat alles terwijl Harnik het tempo opvoert met hermetisch ritmische patronen. Dan doet de rust weer zijn intrede, wat we te horen krijgen, lijkt wel wat op in de natuur gemaakte veldopnames, abstracte klanken. Er klinken wat pianoaanslagen en Schindler bespeelt zijn klarinet via de hoorn, ook dat kan natuurlijk. Al blijkt de klank mooier als je hem op de traditionele wijze bespeelt. En zowaar klinkt er een aantrekkelijke melodie, bescheiden begeleid door Harnik. Ook het vijfde deel valt op vanwege de ‘synergetic match’, prachtig hoe de ingetogen klanken hier samenvallen, wederom een goed gekozen titel dus. Dan is de contrabasklarinet weer eens aan de beurt, mooie klankcontrasten vormend met de hoge pianonoten. Een vrij abstract en dynamisch deel. Dan zijn we al weer bij het zevende en laatste deel, we horen Harnik met regelmatige blues-achtige patronen, verderop door Schindler op dezelfde wijze aangevuld, weer op basklarinet. Maar wat hier het meest opvalt is het meeslepend ritmische pianospel verderop.

De uit vijf delen bestaande set van Schindler met Wintsch begint met ‘A Noir’. Abstracte pianoklanken en Schindler op basklarinet. Contrasterende bewegingen, botsende klanken. Tot de klankpatronen ineens weer even samenvallen, er zelfs even sprake is van speelse ritmiek, om even snel weer uit elkaar te lopen. Puntige klanken ook in ‘E Blanc’. En hier ineens een opvallend speelse melodie van Wintsch, waar Schindler zich niets van aantrekt. Pas verderop weten ze elkaar weer even te vinden met al even speelse bewegingen. En dan duikt natuurlijk toch de abstractie weer op. Het blijkt tijdens dit concert een constante: het aantrekken en afstoten, de melodie en harmonie versus de vaak schurende abstractie. Neem dat derde deel, ‘I rouge’ dat begint met staccato pianospel en  krachtige uitweidingen van Schindler, die inmiddels is overgestapt op cornet. Een opvallend ritmisch deel, waarin met name het spel van Wintsch opvalt, Schindler inmiddels overgestapt op altsax krachtig opzwepend. Tot het niet ver voor het einde ineens stilvalt en we in een opvallend klankspel belanden. Uiterst experimentele klanken in ‘U vert’, Schindler is weer overgestapt op de basklarinet. Wintsch produceert abstracte notenstromen en Schindler meandert daar vrolijk tussendoor. Een bijzonder heftige frase die vanaf de zevende minuut langzaam wegebt tot we alleen nog een zacht gespeeld patroon op de piano horen en wat gesputter van Schindler. Het gesputter wint aan kracht, het schuurt en wringt en overstemt de piano. Na een korte stilte draaien de twee de rollen om, Schindler zorgt nu voor de ritmiek, Wintch voor het gesputter, tot het geheel tegen het einde in een climax belandt. In ‘O blue’ is het tijd voor de contrabasklarinet, een stuk dat verder niet veel verschilt van het voorgaande, ook hier weer volop weerbarstige abstracties.

‘Synergetic Matches’ is te bekijken als video op YouTube. ‘Voyelles color​é​es au bord du lac’ is te beluisteren via Bandcamp en daar ook te koop.

Nach Betrachtungen von Udo Schindler in Kombination mit Schlagzeugern am vergangenen Freitag und mit der Geigerin Irene Kepl gestern, sind nun die Pianisten an der Reihe. Heute geht es um die CD „Synergetic Matches ‚, die Schindler in seinem eigenen Studio in Krailling vor den Toren Münchens mit Elisabeth Harnik aufgenommen hat, und um die nur als Download erhältliche CD ‘voyelles colorées au bord du lac“, die Schindler mit Michel Wintsch aufgenommen hat. Morgen folgt 'Disturbed Terrains', auf dem wir Schindler mit Rieko Okuda hören.

Auf dem ersten der sechs 'Synergetic Matches' legt das Duo gleich krachend los, um dann bald darauf in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Schindler erzeugt auf seiner Bassklarinette besonders experimentelle Klänge, Harnik ist unter dem Deckel und erzeugt dann mit ihren Tasten trockene, perkussive Klänge. Im zweiten Satz hören wir wieder Harnik, die den gewöhnlichen Klang des Klaviers nutzt, um ein widerspenstiges Geflecht von Noten zu erzeugen. Der dritte Teil beginnt damit, dass Harnik ein gedämpftes Solo auf den Tasten spielt, während sie die Saiten manipuliert. Im Hintergrund hören wir, wie Schindler das Horn seines Althorns mit einem Bogen bearbeitet und dann darauf bläst. Das erzeugt einen etwas wehmütigen Klang. Was auch funktioniert: ein Tamburin auf die Öffnung des Horns zu setzen, was noch einmal einen etwas anderen Effekt hat. Währenddessen steigert Harnik das Tempo mit hermetischen rhythmischen Mustern. Dann kehrt wieder Ruhe ein, was wir zu hören bekommen, ähnelt Feldaufnahmen aus der Natur, abstrakten Klängen. Einige Klavieranschläge sind zu hören, und Schindler spielt seine Klarinette natürlich auch durch das Horn. Obwohl der Klang schöner ausfällt, wenn er auf traditionelle Weise gespielt wird. Und tatsächlich gibt es eine attraktive Melodie, die von Harnik bescheiden begleitet wird. Auch der fünfte Satz besticht durch sein 'synergetisches Spiel', wunderbar, wie hier die gedämpften Klänge zusammenkommen, ein weiterer gut gewählter Titel. Dann ist wieder die Kontrabassklarinette an der Reihe, die schöne Klangkontraste mit den hohen Klaviertönen bildet. Ein eher abstrakter und dynamischer Satz. Dann sind wir schon beim siebten und letzten Satz, wir hören Harnik mit regelmäßigen bluesähnlichen Mustern, weiter ergänzt von Schindler in gleicher Weise, wieder auf der Bassklarinette. Was hier aber am meisten auffällt, ist das zwingende rhythmische Klavierspiel im weiteren Verlauf.

Das fünfteilige Set von Schindler mit Wintsch beginnt mit „A Noir“. Abstrakte Klavierklänge und Schindler auf der Bassklarinette. Gegensätzliche Bewegungen, aufeinanderprallende Klänge. Bis die Klangmuster plötzlich wieder für einen Moment zusammenfallen, für einen Moment gibt es sogar einen spielerischen Rhythmus, um dann genauso schnell wieder auseinanderzugehen. Pointierte Klänge auch in „E Blanc“. Und hier plötzlich eine bemerkenswert verspielte Melodie von Wintsch, um die sich Schindler nicht kümmert. Erst später gelingt es ihnen, mit ebenso spielerischen Bewegungen wieder zueinander zu finden. Und dann taucht natürlich wieder die Abstraktion auf. Sie entpuppt sich als Konstante in diesem Konzert: Anziehung und Abstoßung, Melodie und Harmonie versus die oft schroffe Abstraktion. Nehmen wir den dritten Satz, „I rouge“, der mit stakkatoartigem Klavierspiel und kraftvollen Exkursen von Schindler beginnt, der inzwischen zum Kornett gewechselt hat. Ein auffallend rhythmischer Satz, in dem das Spiel von Wintsch besonders hervorsticht, Schindler, der nun zum Altsaxophon gewechselt hat, kraftvoll mitreißend. Bis kurz vor dem Ende plötzlich alles zum Stillstand kommt und wir in einem markanten Wechselspiel der Klänge landen. Extrem experimentelle Klänge in „U vert“, Schindler hat wieder zur Bassklarinette gewechselt. Wintsch erzeugt abstrakte Notenströme und Schindler mäandert fröhlich dazwischen. Eine besonders intensive Phrase, die ab der siebten Minute langsam ausklingt, bis nur noch ein leise gespieltes Muster auf dem Klavier und ein stotterndes Geräusch von Schindler zu hören ist. Das Stottern gewinnt an Intensität, reibt und zerrt und übertönt das Klavier. Nach einer kurzen Stille tauschen die beiden die Rollen, Schindler gibt nun den Rhythmus vor, Wintch das Stottern, bis das Ganze gegen Ende seinen Höhepunkt erreicht. In „O blue“ ist die Kontrabassklarinette an der Reihe, ein Stück, das sich ansonsten kaum von dem vorherigen unterscheidet, wieder mit vielen widerspenstigen Abstraktionen.

Synergetic Matches“ kann als Video auf YouTube angesehen werden. Voyelles colorées au bord du lac“ kann über Bandcamp angehört und dort auch gekauft werden.

After reflections of Udo Schindler in combination with percussionists, last Friday and with violinist Irene Kepl, yesterday, it is now the pianists' turn. Today, I focus on the CD ‘Synergetic Matches “ that Schindler recorded in his own studio in Krailling, just outside Munich, with Elisabeth Harnik and on the purely downloadable ”voyelles colorées au bord du lac’, which Schindler recorded with Michel Wintsch. Tomorrow will be followed by ‘Disturbed Terrains’, on which we hear Schindler with Rieko Okuda.

In the first of the six ‘Synergetic Matches’, this duo gets off to an immediate banging start, only to move into calmer waters fairly soon after. Schindler produces particularly experimental sounds on his bass clarinet, Harnik is under the lid and then uses her keys to produce dry, percussive sounds. In the second movement, we again hear Harnik using the ordinary sound of the piano to produce an unruly web of notes. The third part begins with Harnik playing a subdued solo on the keys, while manipulating the strings. In the background, we hear Schindler working the horn of his alto horn with a bow, then blowing on it. Producing a somewhat wistful sound. What also works: putting a tambourine on the opening of the horn, something that has yet another slightly different effect. All this while Harnik increases the tempo with hermetic rhythmic patterns. Then tranquillity sets in again, what we get to hear resembles field recordings made in nature, abstract sounds. Some piano touches can be heard and Schindler plays his clarinet through the horn, too, of course. Although the sound turns out nicer when played the traditional way. And indeed, there is an attractive melody, modestly accompanied by Harnik. The fifth movement also stands out for its ‘synergetic match’, wonderful how the subdued sounds coincide here, another well-chosen title. Then it is the turn of the double bass clarinet once more, forming beautiful sound contrasts with the high piano notes. A rather abstract and dynamic movement. Then we are already at the seventh and final movement, we hear Harnik with regular blues-like patterns, complemented further on by Schindler in the same way, again on bass clarinet. But what stands out most here is the compelling rhythmic piano playing further on.

Schindler's five-part set with Wintsch begins with ‘A Noir’. Abstract piano sounds and Schindler on bass clarinet. Contrasting movements, clashing sounds. Until the sound patterns suddenly coincide again for a moment, there is even playful rhythm for a moment, only to diverge again just as quickly. Pointed sounds also in ‘E Blanc’. And here suddenly a remarkably playful melody by Wintsch, which Schindler does not care about. Only later do they manage to find each other again with equally playful movements. And then, of course, abstraction surfaces again. It turns out to be a constant during this concert: attraction and repulsion, melody and harmony versus the often abrasive abstraction. Take that third movement, ‘I rouge’, which begins with staccato piano playing and powerful digressions by Schindler, who has by now switched to cornet. A strikingly rhythmic movement, in which Wintsch's playing stands out in particular, Schindler now switched to alto sax powerfully rousing. Until, not far before the end, things suddenly come to a halt and we end up in a striking interplay of sounds. Extremely experimental sounds in ‘U vert’, Schindler has switched back to bass clarinet. Wintsch produces abstract note flows and Schindler meanders merrily in between. A particularly intense phrase that slowly fades away from the seventh minute onwards until all we hear is a softly played pattern on the piano and some sputtering from Schindler. The sputtering gains momentum, chafing and wrenching and drowning out the piano. After a short silence, the two reverse roles, Schindler now providing the rhythm, Wintch the sputtering, until the whole thing climaxes towards the end. In ‘O blue’ it's time for the double bass clarinet, a piece otherwise not much different from the previous one, again plenty of unruly abstractions.

‘Synergetic Matches’ can be viewed as a video on YouTube. ‘Voyelles colorées au bord du lac’ can be listened to via Bandcamp and also bought there.

reviews

arch-musik_DL004 - Udo Schindler & Xu Feng Xia_WINDundWOLKEN

As with many musicians, German reedist Udo Schindler had been pushed to his archival material by the pandemic and has released a series of strong performances with a notably diverse cast of musicians ranging from the accordionist Ute Völker to vocalist Rainald Schwarz to Japanese pianist Masako Ohta and many others in between. Count WINDundWolken (Wind and Clouds) among that batch. This release catches the duo of Schindler and Chinese string-master and vocalist Xu Fengxia live in action at the 77.Salon in Krailling, Munich in September 2017.

Xu’s website describes her work with Peter Kowald as a definitive turning point in her musical vision. If one enters this album with that idea too ingrained in their mind, however, they may be quite surprised. Indeed, Xu plays her strings (guzheng, sanxian) in unconventional settings, but, as far as I can tell, with a greater ear toward crisp melody than unorthodox techniques and sounds. WINDundWOLKEN has exceptions, of course, but as much as Xu pushes the limits of her classical training on her strings, her vocal techniques are often at least as striking as her instrumentation. Even here, however, she does not torture her vocal chords to explore the guttural shouts, strained squeaks and decay that many other avant-garde vocalists do. Instead, she dances between East Asian folk melodies, Euro-American acoustic traditions, and experimental music. For what it is worth, Schindler also avoids the extreme ends of unconventionality on his clarinets and this shared focus on melodicism outside of the pop and jazz traditions makes this album work remarkably well.

Especially through Xu’s work, the album hints at interesting connections between American and European folk traditions and those of East Asia. Take, for instance, W&W Solo XF1. This is an absolutely beautiful, pensive folk ballad that, substituting a banjo and English as the instrument and language of choice, could fit as well in Appalachia as I assume it does in the tradition that birthed it. The melody is simple, but moving, and somehow universal. What is more, its plaintive drawl balances the free form excursions surrounding it. These swing from the slow and contemplative, as on W&W #3, which initially evokes a noirish stroll through some nondescript though placid docks (maybe with an eye towards the slowly shifting clouds above) to gustier passages of less inhibited improvisation, including a playful, carnival-esque jaunt through even stranger territories that sets in about halfway through the track. W&W #6 is another example: Xu’s galloping strings and euphonious-to-ululating singing intermingle delightfully with Schindler’s grumbling horns. #6 is also one of the few pieces that showcases Xu’s excursions into the Yamataka Eye/Jaap Blonk tongue-twisting babble. Other pieces, such as the brief W&W Solo and W&W #5 explore tones in a way that the more active and lyrical pieces do not, ranging from drones to high pitched quavering to huffed cadences. W&W #6, the penultimate track, begins with Schindler’s growling contrabass clarinet and Xu joins tentatively on sanxian at first, then on vocals. As the duo finds their footing, they fall into territory that are a more energetic exploration of the folk aesthetics introduced so effectively in W&W Solo XF1. For the final solo, Xu sings “ jetzt geht nichts mehr” (“now it doesn’t work”) and swings into a noisy romp through the guzheng. A fitting ending to a compelling and eccentric release. By Nick Ostrum

https://www.freejazzblog.org/2022/02/udo-schindler-and-xu-fengxia.html

Wie bei vielen anderen Musikern auch, wurde der deutsche Bläser Udo Schindler durch die Pandemie zu seinem Archivmaterial gedrängt und hat eine Reihe starker Auftritte mit einer bemerkenswert vielfältigen Besetzung von Musikern veröffentlicht, die von der Akkordeonistin Ute Völker über den Sänger Rainald Schwarz bis zur japanischen Pianistin Masako Ohta und vielen anderen dazwischen reicht. Dazu gehören auch WINDundWolken. Diese Veröffentlichung zeigt das Duo aus Schindler und der chinesischen Saitenmeisterin und Sängerin Xu Fengxia live in Aktion im 77.Salon in Krailling, München im September 2017.

Xus Website beschreibt ihre Arbeit mit Peter Kowald als einen definitiven Wendepunkt in ihrer musikalischen Vision. Wer mit dieser Vorstellung im Hinterkopf an dieses Album herangeht, könnte allerdings ziemlich überrascht sein. In der Tat spielt Xu ihre Saiteninstrumente (Guzheng, Sanxian) in unkonventionellen Settings, aber, soweit ich das beurteilen kann, mit einem größeren Ohr für klare Melodien als für unorthodoxe Techniken und Sounds. Natürlich gibt es auch bei WINDundWOLKEN Ausnahmen, aber so sehr Xu auf ihren Saiten an die Grenzen ihrer klassischen Ausbildung stößt, ihre Gesangstechniken sind oft mindestens so auffällig wie ihre Instrumentierung. Doch selbst hier quält sie ihre Stimmbänder nicht, um die gutturalen Schreie, das angestrengte Quietschen und den Zerfall zu erforschen, wie es viele andere Avantgarde-Vokalisten tun. Stattdessen tanzt sie zwischen ostasiatischen Volksmelodien, euro-amerikanischen akustischen Traditionen und experimenteller Musik. Auch Schindler vermeidet auf seinen Klarinetten die extremen Enden der Unkonventionalität, und dieser gemeinsame Fokus auf Melodik außerhalb der Pop- und Jazztraditionen lässt dieses Album bemerkenswert gut funktionieren.

Besonders durch Xus Arbeit deutet das Album interessante Verbindungen zwischen amerikanischen und europäischen Folk-Traditionen und denen Ostasiens an. Nehmen wir zum Beispiel W&W Solo XF1. Dies ist eine wunderschöne, nachdenkliche Folk-Ballade, die, wenn man ein Banjo und Englisch als Instrument und Sprache der Wahl einsetzt, genauso gut in die Appalachen passen könnte, wie ich annehme, dass sie auch in die Tradition passt, aus der sie entstanden ist. Die Melodie ist einfach, aber bewegend, und irgendwie universell. Darüber hinaus gleicht sie mit ihrem klagenden Tonfall die sie umgebenden Freiform-Exkursionen aus. Diese reichen vom Langsamen und Kontemplativen, wie bei W&W #3, das zunächst an einen unheimlichen Spaziergang durch unscheinbare, aber ruhige Docks erinnert (vielleicht mit Blick auf die langsam ziehenden Wolken darüber), bis hin zu stürmischeren Passagen mit weniger gehemmten Improvisationen, einschließlich eines verspielten, karnevalistischen Ausflugs durch noch seltsamere Gefilde, der etwa in der Mitte des Stücks einsetzt. W&W #6 ist ein weiteres Beispiel: Xus galoppierende Streicher und der euphonische bis heulende Gesang vermischen sich herrlich mit Schindlers grummelnden Hörnern. #6 ist auch eines der wenigen Stücke, in denen Xus Ausflüge in das zungenbrecherische Geschwafel von Yamataka Eye/Jaap Blonk zu hören sind. Andere Stücke wie das kurze W&W Solo und W&W #5 erforschen Töne auf eine Weise, die in den aktiveren und lyrischeren Stücken nicht vorkommt, und reichen von Drones über hochgestimmtes Zittern bis hin zu gedämpften Kadenzen. W&W #6, das vorletzte Stück, beginnt mit Schindlers knurrender Kontrabassklarinette, und Xu gesellt sich zunächst zaghaft am Sanxian, dann mit Gesang dazu. Sobald das Duo seinen Halt gefunden hat, dringt es in Bereiche vor, die eine energischere Erkundung der Folk-Ästhetik darstellen, die in W&W Solo XF1 so wirkungsvoll eingeführt wurde. Beim abschließenden Solo singt Xu "jetzt geht nichts mehr" und schwingt sich in ein lautes Toben auf der Guzheng. Ein passender Abschluss für eine fesselnde und exzentrische Veröffentlichung.

Reviews

Udo Schindler & Paul Rogers – Ephemeral Locations

Udo Schindler & Werner Dafeldecker – Travelling Sound Images – Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]

(Cd / Download Recensie)

https://www.nieuwenoten.nl/?p=18633

In het laatste deel van mijn Udo Schindler portret horen we hem met twee bassisten. Op het dubbelalbum ‘Ephemeral Locations’ is dat met Paul Rogers, op het louter als download verkrijgbare  ‘Travelling Sound Images – Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]’ horen we hem met Werner Dafeldecker. Verder horen we op één van de drie sets waar ‘Ephemeral Locations’ uit bestaat ook nog drummer Eric Zwang Eriksson, die we tijdens dit portret al eerder hoorde.

Ephemeral Locations’ bevat materiaal van drie verschillende sessies, allen in zijn geheel te bekijken via YouTube. De eerste dateert van 28 september 2022 en is tevens één van de drie ‘LowToneStudies’, een serie die als een rode draad door het oeuvre van Schindler loopt. Hier gaat het om nr. 11. Het tweede stuk is opgenomen op 8 december 2023 en vormt de ‘LowToneStudies nr. 17’. Tot slot is er een trio set, die met Zwang Eriksson van een dag later: ‘LowToneStudies nr. 18’. Het uit zeven delen bestaande ‘LowToneStudies nr. 11’ beslaat de gehele eerste Cd. Schindler, hier op basklarinet en Rogers beginnen vrijwel gelijktijdig, hun klanken innig met elkaar verstrengeld. Het tweede vangt aan met duistere basklanken, komend uit de onderwereld, zonder meer een ‘lowtonestudy’. Mooi ingetogen pizzicato spel in het derde deel, terwijl Schindler hier even vrij hoge klanken produceert op de basklarinet. Bijzonder ingetogen spel in de eerste helft van het vierde deel, prachtig hoe de klanken van de instrumenten hier samenvallen. Verderop horen we Schindler op sopraansax, een mooi contrast vormend met de donkere kleuren van de contrabas. En over ‘LowToneStudies’ gesproken, beluister de knetterende klanken van Schindlers contrabasklarinet in het vijfde deel, als een sputterende motor, met op de achtergrond Rogers’ al even duistere strijkbewegingen. En dan verrast het duo aan het begin van het – met ruim twee minuten opvallend korte – zesde stuk met een bijna dansbare ritmiek.

Udo Schindler en Paul Rogers in MUCCA_BASIS-Klangraum, München, 2022. Foto: Schindler

‘LowToneStudies nr. 17′ en ’18’ vormen de tweede Cd, ieder met drie stukken. We blijven in eerste instantie dus nog even bij het duo. Vrij heftig in het eerste van de drie stukken, met Schindler krijsend op de soprillosaxofoon, een bijzonder contrast vormend met zijn spel op de tubax, een contrabassaxofoon en met Rogers’ contrabas. De soprillo – die we overigens net als de tubax nog niet eerder tegenkwamen in deze verslagen – horen we ook uitgebreid in het derde deel, met een bijna melodieus te noemen patroon. Dat terwijl op de achtergrond de minimalistische patronen van Rogers opvallen. Dan is het weer eens tijd voor de cornet. Een heldere toon, gevolgd door gesputter en gesis, is waar Schindler het derde deel mee opent.

De trio set van een dag later begint met een bijna vijfentwintig minuten durende improvisatie. We horen Schindler op sopraansax springerige patronen spelen, te midden van een opvallend ingetogen klanklandschap, Rogers hanteert de strijkstok en Zwang Eriksson speelt met brushes. Rond de zesde minuut vallen de experimentele klanken van Rogers op, het blijkt de opmaat voor een vrij onrustige, abstracte frase, waar Schindler iedere keer toch weer doorheen weet te breken. Pas zo rond de vijftiende minuut schakelen we over naar een wat meer harmonische frase, het is ook hier dat Schindler overschakelt op de tenorsax. In het tweede stuk horen we Schindler op tuba, vanzelfsprekend zeer donkere klanken producerend, verder valt hier de bescheiden percussie op en Rogers die zijn snaren bewerkt met de achterkant van zijn strijkstok. In het laatste stuk horen we Schindler weer op sopraansax, een mooi dynamische afsluiting van een geweldig afwisselend album.

In mei van dit jaar gaf Schindler een concert in zijn eigen studio met een andere beroemde bassist: Werner Dafeldecker. De opnames werden onlangs uitgebracht als download onder de titel ‘Travelling Sound Images – Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]’. We beginnen deze set uiterst ingetogen, met Dafeldecker strijkend op de contrabas. De klanken die Schindler aansluitend creëert op de basklarinet sluiten daar prachtig bij aan, voorwaar ook dit noemt hij terecht een ‘LowToneStudie’. Langgerekte lijnen, intieme klanknevels, met soms – bijvoorbeeld rond de negende minuut – wat weerbarstiger abstracte patronen. Ook Dafeldecker experimenteert regelmatig, bijvoorbeeld door met zijn strijkstof ritmisch op de snaren te slaan en door met natte vingers over de kast te wrijven. Zo rond de vijfentwintigste minuut, tijdens een krakende solo van Dafeldecker, stapt Schindler over op de contrabasklarinet, een nog verontrustender geluidswereld creërend dan met zijn basklarinet. Maar zo waar, tegen het einde van dit lange deel doet de ritmiek zijn intrede, zij het voor even. Het album bevat nog een tweede stuk van iets meer als zes minuten waarin we Schindler horen op cornet, sterk begeleid door een aan de snaren plukkende Dafeldecker.

‘Travelling Sound Images – Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]’ is te beluisteren via Bandcamp en daar ook te koop:

Im letzten Teil meines Udo-Schindler-Porträts hören wir ihn mit zwei Bassisten. Auf dem Doppelalbum 'Ephemeral Locations ', das mit Paul Rogers ist, auf dem lediglich herunterladbaren 'Travelling Sound Images - Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19] ' hören wir ihn mit Werner Dafeldecker. Außerdem hören wir auf einem der drei Sets, aus denen „Ephemeral Locations“ besteht, auch den Schlagzeuger Eric Zwang Eriksson, den wir bereits in diesem Porträt gehört haben.

„Ephemeral Locations“ enthält Material aus drei verschiedenen Sessions, die alle in ihrer Gesamtheit auf YouTube zu sehen sind. Die erste stammt vom 28. September 2022 und ist auch eine von drei „LowToneStudies“, einer Serie, die sich wie ein roter Faden durch Schindlers Werk zieht. Hier ist es die Nummer 11. Das zweite Stück wurde am 8. Dezember 2023 aufgenommen und bildet die „LowToneStudies No 17“. Schließlich gibt es noch ein Trio, das mit Zwang Eriksson einen Tag später entstand: „LowToneStudies No 18“. Die siebensätzigen 'LowToneStudies No. 11' umfassen die gesamte erste CD. Schindler, hier an der Bassklarinette, und Rogers beginnen fast gleichzeitig, ihre Klänge sind eng miteinander verwoben. Das zweite Stück beginnt mit dunklen Bassklängen, die aus der Unterwelt kommen, definitiv eine 'Lowtonestudy'. Schönes gedämpftes Pizzicato-Spiel im dritten Satz, wobei Schindler hier kurzzeitig recht hohe Töne auf der Bassklarinette erzeugt. Besonders gedämpftes Spiel in der ersten Hälfte des vierten Satzes, wunderbar, wie hier die Klänge der Instrumente zusammenfallen. Im weiteren Verlauf hören wir Schindler auf dem Sopransaxophon, das einen schönen Kontrast zu den dunklen Farben des Kontrabasses bildet. Apropos „LowToneStudies“: Hören Sie sich die knisternden Klänge von Schindlers Kontrabassklarinette im fünften Satz an, wie ein stotternder Motor, mit Rogers' ebenso dunklen Streichersätzen im Hintergrund. Und dann überrascht das Duo zu Beginn des - mit über zwei Minuten bemerkenswert kurzen - sechsten Stücks mit einem fast tanzbaren Rhythmus.

LowToneStudies No 17′ und '18' bilden die zweite CD mit jeweils drei Stücken. Wir bleiben also zunächst eine Weile bei dem Duo. Ganz schön heftig im ersten der drei Stücke, wenn Schindler auf dem Soprillo-Saxophon kreischt und damit einen besonderen Kontrast zu seinem Spiel auf dem Tubax, einem Kontrabass-Saxophon, und zu Rogers' Kontrabass bildet. Auch das Soprillo - das übrigens ebenso wie das Tuba-Saxophon in diesen Berichten noch nicht vorkommt - hören wir im dritten Satz ausgiebig und mit einem fast melodischen Muster. Dabei treten im Hintergrund Rogers' minimalistische Muster hervor. Dann ist es wieder Zeit für das Kornett. Mit einem hellen Ton, gefolgt von Sprudeln und Zischen, eröffnet Schindler den dritten Satz.

Das Trio-Set einen Tag später beginnt mit einer fast fünfundzwanzigminütigen Improvisation. Wir hören Schindler auf dem Sopransaxophon in einer bemerkenswert gedämpften Klanglandschaft federnde Muster spielen, Rogers schwingt den Bogen und Zwang Eriksson spielt mit Pinseln. Etwa in der sechsten Minute fallen die experimentellen Klänge von Rogers auf, die sich als Auftakt zu einer eher unruhigen, abstrakten Phrase entpuppen, die Schindler jedoch jedes Mal durchbricht. Erst um die fünfzehnte Minute wechseln wir zu einer etwas harmonischeren Phrase, auch hier wechselt Schindler zum Tenorsaxophon. Im zweiten Stück hören wir Schindler auf der Tuba, die offensichtlich sehr dunkle Klänge erzeugt, außerdem fällt hier das dezente Schlagzeug auf und Rogers bearbeitet seine Saiten mit dem Bogenrücken. Im letzten Stück hören wir wieder Schindler auf dem Sopransaxophon, ein wunderbar dynamischer Abschluss für ein wunderbar abwechslungsreiches Album.

Im Mai dieses Jahres gab Schindler in seinem eigenen Studio ein Konzert mit einem anderen berühmten Bassisten: Werner Dafeldecker. Die Aufnahmen wurden kürzlich als Download unter dem Titel 'Travelling Sound Images - Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]' veröffentlicht. Wir beginnen dieses Set sehr verhalten, mit Dafeldeckers Streichern auf dem Kontrabass. Die Klänge, die Schindler anschließend auf der Bassklarinette erzeugt, passen wunderbar dazu, denn auch dies nennt er zu Recht eine 'LowToneStudies'. Langgezogene Linien, intime Klangnebel, manchmal - etwa in der neunten Minute - auch widerspenstige abstrakte Muster. Dafeldecker experimentiert auch immer wieder, indem er zum Beispiel mit seinem Streichgewebe rhythmisch auf die Saiten schlägt und mit nassen Fingern über das Gehäuse reibt. Um die fünfundzwanzigste Minute, während eines knarzenden Solos von Dafeldecker, wechselt Schindler zur Kontrabassklarinette und schafft eine noch verstörendere Klangwelt als mit seiner Bassklarinette. Aber wie wahr, gegen Ende dieses langen Satzes taucht das Rhythmische wieder auf, wenn auch nur für eine Weile. Das Album enthält ein zweites Stück von etwas mehr als sechs Minuten, in dem wir Schindler auf dem Kornett hören, stark begleitet von einem Dafeldecker, der an den Saiten zupft.

In the final part of my Udo Schindler portrait, we hear him with two bassists. On the double album 'Ephemeral Locations “ that is with Paul Rogers, on the merely downloadable ” Travelling Sound Images - Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19] ’ we hear him with Werner Dafeldecker. Furthermore, on one of the three sets that ‘Ephemeral Locations’ consists of, we also hear drummer Eric Zwang Eriksson, whom we heard earlier during this portrait.

'Ephemeral Locations’ contains material from three different sessions, all viewable in their entirety on YouTube. The first dates from 28 September 2022 and is also one of three ‘LowToneStudies’, a series that runs like a thread through Schindler's oeuvre. Here it is No 11. The second piece was recorded on 8 December 2023 and constitutes the ‘LowToneStudies No 17’. Finally, there is a trio set, the one with Zwang Eriksson from a day later: ‘LowToneStudies No 18’. The seven-movement ‘LowToneStudies No. 11’ covers the entire first CD. Schindler, here on bass clarinet and Rogers begin almost simultaneously, their sounds intimately intertwined. The second starts with dark bass sounds, coming from the underworld, definitely a ‘lowtonestudy’. Beautiful subdued pizzicato playing in the third movement, while here Schindler briefly produces rather high-pitched sounds on the bass clarinet. Particularly subdued playing in the first half of the fourth movement, wonderful how the sounds of the instruments coincide here. Further on, we hear Schindler on soprano saxophone, forming a nice contrast with the dark colours of the double bass. And speaking of ‘LowToneStudies’, listen to the crackling sounds of Schindler's double bass clarinet in the fifth movement, like a sputtering engine, with Rogers' equally dark string movements in the background. And then the duo surprises at the beginning of the - at over two minutes remarkably short - sixth piece with an almost danceable rhythm.

'LowToneStudies No 17′ and “18” make up the second CD, each with three pieces. So we stay with the duo for a while at first. Pretty fierce in the first of the three pieces, with Schindler screeching on the soprillo saxophone, forming a particular contrast with his playing on the tuba sax, a contrabass saxophone and with Rogers' double bass. We also hear the soprillo - which, incidentally, like the tubax, we have not encountered before in these reports - extensively in the third movement, with an almost melodic pattern. This while in the background Rogers' minimalist patterns stand out. Then it is once again time for the cornet. A bright tone, followed by sputtering and hissing, is what Schindler opens the third movement with.

The trio set a day later begins with a nearly twenty-five-minute improvisation. We hear Schindler playing bouncy patterns on soprano sax amid a remarkably subdued soundscape, Rogers wielding the bow and Zwang Eriksson playing with brushes. Around the sixth minute, Rogers' experimental sounds stand out; it turns out to be the prelude to a rather restless, abstract phrase, which Schindler manages to break through every time anyway. Only around the fifteenth minute do we switch to a more harmonic phrase, it is here, too, that Schindler switches to the tenor sax. In the second piece, we hear Schindler on tuba, obviously producing very dark sounds, further notable here is the modest percussion and Rogers working his strings with the back of his bow. In the final piece, we hear Schindler again on soprano sax, a beautifully dynamic conclusion to a wonderfully varied album.

In May this year, Schindler gave a concert in his own studio with another famous bassist: Werner Dafeldecker. The recordings were recently released as a download under the title ‘Travelling Sound Images - Cognitive Transfers [DUO] [LowToneStudies #19]’. We start this set extremely subdued, with Dafeldecker bowing on the double bass. The sounds Schindler subsequently creates on the bass clarinet match this beautifully, for verily this too he rightly calls a ‘LowToneStudies’. Elongated lines, intimate mists of sound, with sometimes - for instance around the ninth minute - more unruly abstract patterns. Dafeldecker also experiments regularly, for instance by rhythmically hitting the strings with his bowing fabric and rubbing the case with wet fingers. Around the twenty-fifth minute, during a cracking solo by Dafeldecker, Schindler switches to the double bass clarinet, creating an even more disturbing sound world than with his bass clarinet. But so true, towards the end of this long movement the rhythmic makes its appearance, albeit for a while. The album includes a second piece of just over six minutes in which we hear Schindler on cornet, strongly accompanied by a Dafeldecker plucking at the strings.

Reviews

Tart Beauty in a Book Case

Udo Schindler, Irene Kepl & Karina Erhard – Dense Bushes with Delicate Chirps

https://www.nieuwenoten.nl/?p=18604

In dit tweede deel van mijn Udo Schindler portret koppel ik deze bijzonder veelzijdige musicus aan violiste Irene Kepl. Ze zijn samen te horen op ‘Tart Beauty in a Book Case’ en met fluitiste Karina Erhard in ‘Dense Bushes with Delicate Chirps’. Ook hier betreft het weer live optredens, beiden in München, het eerste op 15 september 2023, het tweede een dag later. En in beide gevallen gaat het wederom om volledig geïmproviseerde sets. De albums verschenen als download in eigen beheer.

Het is Kepl die begint met de eerste ‘Book Case – Filling’, van de in totaal zeven. Knarsend, krakend, alles doend wat vroeger nooit mocht op vioolles, uiteindelijk leidend tot een minimalistisch ritmisch patroon. Schindler sluit aan op klarinet, varieert op de ritmiek, verdicht Kepl’s spel. Een krachtig klankbouwwerk trekken de twee hier op. Op Bandcamp citeert Schindler bij dit album de schilder Mark Rothko. Hij zei ooit over zijn schilderijen: “I see my pictures as dramas. The forms in the pictures are the participants”. Vervang ‘pictures’ door ‘music’ en je hebt de kern van dit album te pakken. Pure dramatiek krijgt hier vorm. Neem die tweede ‘Book Case’. Prachtig hoe Kepl hier een meeslepend ritmisch patroon creëert waar Schindler, ja, met veel dramatiek in zijn spel, op doorborduurt. Die ritmiek is een vrij constante. Zo horen we in het derde deel Kepl pizzicato spelen, terwijl Schindler praat en bromt door zijn klarinet, iets dat aardig op de lachspieren werkt. Qua ritmiek vormt het relatief lange vierde deel een uitzondering, dit is meer een creatief klankcollage. Het vijfde deel is vrij langzaam, maar kent wel een zekere cadans, één die aan folk doet denken en mooi past bij Schindlers klarinetspel. Bijzonder ingetogen klinkt ook het zesde deel, Schindler klinkt hier nagenoeg solo, pas verderop sluit Kepl aan. Dan rest het zevende deel nog, bijzonder omdat we Schindler hier ineens op mandoline – ook dat instrument bespeelt hij dus – horen, een snarenduet dus.

Op ‘Dense Bushes with Delicate Chirps’ krijgt het duo gezelschap van fluitiste Karina Erhard. Direct al in het eerste deel ontvouwt zich een vrij hectisch klanklandschap. Schindler horen we op cornet variëren op een krachtig patroon van Kepl en Erhard. Verderop gaat het tempo wat naar beneden, horen we Schindler sputteren en knetteren op zijn cornet, terwijl Erhard overstapt op de piccolo. Het mondt uit in opvallend harmonieus tweede deel, vol langzaam verglijdende klanken. Iets dat ook geldt voor het begin van het vierde deel. Daartussen zit het derde deel dat hier weer mooi mee contrasteert, hier grossiert het trio juist weer in een aantal boeiende abstracties. De titel van dit album en de hoes zijn overigens bijzonder goed getroffen, want het is prachtig om te horen hoe de klanken van deze drie instrumenten in de meeste stukken met elkaar samenvallen tot ‘dense bushes’. En ja, ook die ‘delicate chirps’ klinken volop – met als mooi voorbeeld iets over de helft van het vierde deel – het geheel des te spannender makend. In het zesde en zevende deel horen we Schindler op de contrabasklarinet. En met name dat laatste deel vormt weer een prachtig voorbeeld van die ‘dense bushes’.

In diesem zweiten Teil meines Udo-Schindler-Porträts bringe ich den äußerst vielseitigen Musiker mit der Geigerin Irene Kepl zusammen, die in „Tart Beauty in a Book Case ‚ und mit der Flötistin Karina Erhard in ‘Dense Bushes with Delicate Chirps“ zu hören ist. Auch hier handelt es sich um Live-Aufführungen, beide in München, die erste am 15. September 2023, die zweite einen Tag später. Und bei beiden handelt es sich wieder um vollständig improvisierte Sets. Die Alben sind beim eigenen Label als Download erschienen.

Es ist Kepl, der mit dem ersten „Book Case - Filling“ beginnt, von insgesamt sieben. Knirschen, Knarren, all das, was früher im Geigenunterricht nicht erlaubt war, mündet schließlich in ein minimalistisches rhythmisches Muster. Schindler kommt an der Klarinette dazu, variiert den Rhythmus, verdichtet Kepls Spiel. Ein kraftvolles Klanggebilde, das die beiden hier zustande bringen. Auf Bandcamp zitiert Schindler den Maler Mark Rothko zu diesem Album. Dieser sagte einmal über seine Bilder: „Ich sehe meine Bilder als Dramen. Die Formen in den Bildern sind die Akteure“. Ersetze 'Bilder' durch 'Musik' und du bekommst das Wesentliche dieses Albums. Das reine Drama nimmt hier Gestalt an. Nehmen Sie das zweite 'Book Case'. Wunderbar, wie Kepl hier ein zwingendes rhythmisches Muster schafft, das Schindler, ja, mit viel Dramatik in seinem Spiel, ausarbeitet. Dieser Rhythmus ist eine ziemliche Konstante. Im dritten Satz zum Beispiel hören wir Kepl pizzicato spielen, während Schindler durch seine Klarinette spricht und summt, was ziemlich witzig ist. Was den Rhythmus betrifft, so bildet der relativ lange vierte Satz eine Ausnahme; hier handelt es sich eher um eine kreative Klangcollage. Der fünfte Satz ist eher langsam, hat aber eine gewisse Kadenz, die an Folk erinnert und gut zu Schindlers Klarinettenspiel passt. Auch der sechste Satz ist besonders zurückhaltend; Schindler klingt hier fast solo, Kepl kommt erst später dazu. Dann bleibt der siebte Teil, der etwas Besonderes ist, denn hier hören wir plötzlich Schindler auf der Mandoline - er spielt auch dieses Instrument - ein Streicherduett.

Bei „Dense Bushes with Delicate Chirps“ wird das Duo von der Flötistin Karina Erhard begleitet. Gleich im ersten Teil entfaltet sich ein eher hektisches Klangbild. Wir hören Schindler am Kornett, der auf einem kraftvollen Muster von Kepl und Erhard variiert. Im weiteren Verlauf verlangsamt sich das Tempo, wir hören Schindler auf seinem Kornett stottern und knistern, während Erhard auf die Piccoloflöte wechselt. Es gipfelt in einem bemerkenswert harmonischen zweiten Satz voller langsam gleitender Klänge. Das gilt auch für den Beginn des vierten Satzes. Dazwischen liegt der dritte Satz, der wiederum in schönem Kontrast dazu steht, hier steigert sich das Trio tatsächlich in bestechende Abstraktionen hinein. Der Titel dieses Albums und das Cover sind übrigens besonders gut getroffen, denn es ist wunderbar zu hören, wie die Klänge dieser drei Instrumente in den meisten Stücken zu 'dichtem Gebüsch' verschmelzen. Und ja, auch das „zarte Zirpen“ kommt nicht zu kurz - ein schönes Beispiel findet sich etwas mehr als in der Mitte des vierten Satzes - und macht das Ganze noch spannender. Im sechsten und siebten Satz hören wir Schindler auf der Kontrabassklarinette. Und gerade der letztgenannte Satz bietet ein weiteres wunderbares Beispiel für dieses „dichte Gebüsch“.

In this second part of my Udo Schindler portrait, I pair this particularly versatile musician with violinist Irene Kepl. They can be heard together on ‘Tart Beauty in a Book Case “ and with flutist Karina Erhard in ”Dense Bushes with Delicate Chirps’. Again, these are live performances, both in Munich, the first on 15 September 2023, the second a day later. And both again involve fully improvised sets. The albums appeared as downloads in-house.

It is Kepl who begins with the first ‘Book Case - Filling’, out of a total of seven. Crunching, creaking, doing everything that never used to be allowed in violin class, eventually leading to a minimalist rhythmic pattern. Schindler joins on clarinet, varies on the rhythm, condenses Kepl's playing. A powerful sound structure the two pull off here. On Bandcamp, Schindler quotes painter Mark Rothko on this album. He once said of his paintings, ‘I see my pictures as dramas. The forms in the pictures are the participants’. Replace ‘pictures’ with ‘music’ and you get the gist of this album. Pure drama takes shape here. Take that second ‘Book Case’. Wonderful how Kepl creates a compelling rhythmic pattern here that Schindler, yes, with a lot of drama in his playing, elaborates on. That rhythm is a pretty constant. In the third movement, for instance, we hear Kepl playing pizzicato while Schindler talks and hums through his clarinet, something that's pretty laugh-out-loud funny. In terms of rhythm, the relatively long fourth movement is an exception; this is more of a creative collage of sound. The fifth movement is rather slow, but does have a certain cadence, one that is reminiscent of folk and suits Schindler's clarinet playing nicely. The sixth movement is also particularly subdued; Schindler sounds almost solo here, with Kepl joining in later. Then the seventh part remains, which is special because here we suddenly hear Schindler on mandolin - he also plays that instrument - a string duet.

On ‘Dense Bushes with Delicate Chirps’, the duo is joined by flautist Karina Erhard. Already in the first part, a rather hectic soundscape unfolds. We hear Schindler on cornet varying on a powerful pattern by Kepl and Erhard. Further on, the tempo slows down, we hear Schindler sputtering and crackling on his cornet, while Erhard switches to the piccolo. It culminates in remarkably harmonious second movement, full of slowly slipping sounds. Something that is also true of the beginning of the fourth movement. In between is the third movement, which again contrasts nicely with this, here the trio actually grosses in some captivating abstractions. The title of this album and the cover are particularly well struck, by the way, as it is wonderful to hear how the sounds of these three instruments merge into ‘dense bushes’ in most of the pieces. And yes, those ‘delicate chirps’ also sound plenty - with a fine example a little over halfway through the fourth movement - making the whole thing all the more exciting. In the sixth and seventh movements, we hear Schindler on the contrabass clarinet. And the latter movement in particular provides another wonderful example of those ‘dense bushes’.

reviews

arch-musik_DL004 - Udo Schindler & Xu Feng Xia_WINDundWOLKEN

As with many musicians, German reedist Udo Schindler had been pushed to his archival material by the pandemic and has released a series of strong performances with a notably diverse cast of musicians ranging from the accordionist Ute Völker to vocalist Rainald Schwarz to Japanese pianist Masako Ohta and many others in between. Count WINDundWolken (Wind and Clouds) among that batch. This release catches the duo of Schindler and Chinese string-master and vocalist Xu Fengxia live in action at the 77.Salon in Krailling, Munich in September 2017.

Xu’s website describes her work with Peter Kowald as a definitive turning point in her musical vision. If one enters this album with that idea too ingrained in their mind, however, they may be quite surprised. Indeed, Xu plays her strings (guzheng, sanxian) in unconventional settings, but, as far as I can tell, with a greater ear toward crisp melody than unorthodox techniques and sounds. WINDundWOLKEN has exceptions, of course, but as much as Xu pushes the limits of her classical training on her strings, her vocal techniques are often at least as striking as her instrumentation. Even here, however, she does not torture her vocal chords to explore the guttural shouts, strained squeaks and decay that many other avant-garde vocalists do. Instead, she dances between East Asian folk melodies, Euro-American acoustic traditions, and experimental music. For what it is worth, Schindler also avoids the extreme ends of unconventionality on his clarinets and this shared focus on melodicism outside of the pop and jazz traditions makes this album work remarkably well.

Especially through Xu’s work, the album hints at interesting connections between American and European folk traditions and those of East Asia. Take, for instance, W&W Solo XF1. This is an absolutely beautiful, pensive folk ballad that, substituting a banjo and English as the instrument and language of choice, could fit as well in Appalachia as I assume it does in the tradition that birthed it. The melody is simple, but moving, and somehow universal. What is more, its plaintive drawl balances the free form excursions surrounding it. These swing from the slow and contemplative, as on W&W #3, which initially evokes a noirish stroll through some nondescript though placid docks (maybe with an eye towards the slowly shifting clouds above) to gustier passages of less inhibited improvisation, including a playful, carnival-esque jaunt through even stranger territories that sets in about halfway through the track. W&W #6 is another example: Xu’s galloping strings and euphonious-to-ululating singing intermingle delightfully with Schindler’s grumbling horns. #6 is also one of the few pieces that showcases Xu’s excursions into the Yamataka Eye/Jaap Blonk tongue-twisting babble. Other pieces, such as the brief W&W Solo and W&W #5 explore tones in a way that the more active and lyrical pieces do not, ranging from drones to high pitched quavering to huffed cadences. W&W #6, the penultimate track, begins with Schindler’s growling contrabass clarinet and Xu joins tentatively on sanxian at first, then on vocals. As the duo finds their footing, they fall into territory that are a more energetic exploration of the folk aesthetics introduced so effectively in W&W Solo XF1. For the final solo, Xu sings “ jetzt geht nichts mehr” (“now it doesn’t work”) and swings into a noisy romp through the guzheng. A fitting ending to a compelling and eccentric release. By Nick Ostrum

https://www.freejazzblog.org/2022/02/udo-schindler-and-xu-fengxia.html

Wie bei vielen anderen Musikern auch, wurde der deutsche Bläser Udo Schindler durch die Pandemie zu seinem Archivmaterial gedrängt und hat eine Reihe starker Auftritte mit einer bemerkenswert vielfältigen Besetzung von Musikern veröffentlicht, die von der Akkordeonistin Ute Völker über den Sänger Rainald Schwarz bis zur japanischen Pianistin Masako Ohta und vielen anderen dazwischen reicht. Dazu gehören auch WINDundWolken. Diese Veröffentlichung zeigt das Duo aus Schindler und der chinesischen Saitenmeisterin und Sängerin Xu Fengxia live in Aktion im 77.Salon in Krailling, München im September 2017.

Xus Website beschreibt ihre Arbeit mit Peter Kowald als einen definitiven Wendepunkt in ihrer musikalischen Vision. Wer mit dieser Vorstellung im Hinterkopf an dieses Album herangeht, könnte allerdings ziemlich überrascht sein. In der Tat spielt Xu ihre Saiteninstrumente (Guzheng, Sanxian) in unkonventionellen Settings, aber, soweit ich das beurteilen kann, mit einem größeren Ohr für klare Melodien als für unorthodoxe Techniken und Sounds. Natürlich gibt es auch bei WINDundWOLKEN Ausnahmen, aber so sehr Xu auf ihren Saiten an die Grenzen ihrer klassischen Ausbildung stößt, ihre Gesangstechniken sind oft mindestens so auffällig wie ihre Instrumentierung. Doch selbst hier quält sie ihre Stimmbänder nicht, um die gutturalen Schreie, das angestrengte Quietschen und den Zerfall zu erforschen, wie es viele andere Avantgarde-Vokalisten tun. Stattdessen tanzt sie zwischen ostasiatischen Volksmelodien, euro-amerikanischen akustischen Traditionen und experimenteller Musik. Auch Schindler vermeidet auf seinen Klarinetten die extremen Enden der Unkonventionalität, und dieser gemeinsame Fokus auf Melodik außerhalb der Pop- und Jazztraditionen lässt dieses Album bemerkenswert gut funktionieren.

Besonders durch Xus Arbeit deutet das Album interessante Verbindungen zwischen amerikanischen und europäischen Folk-Traditionen und denen Ostasiens an. Nehmen wir zum Beispiel W&W Solo XF1. Dies ist eine wunderschöne, nachdenkliche Folk-Ballade, die, wenn man ein Banjo und Englisch als Instrument und Sprache der Wahl einsetzt, genauso gut in die Appalachen passen könnte, wie ich annehme, dass sie auch in die Tradition passt, aus der sie entstanden ist. Die Melodie ist einfach, aber bewegend, und irgendwie universell. Darüber hinaus gleicht sie mit ihrem klagenden Tonfall die sie umgebenden Freiform-Exkursionen aus. Diese reichen vom Langsamen und Kontemplativen, wie bei W&W #3, das zunächst an einen unheimlichen Spaziergang durch unscheinbare, aber ruhige Docks erinnert (vielleicht mit Blick auf die langsam ziehenden Wolken darüber), bis hin zu stürmischeren Passagen mit weniger gehemmten Improvisationen, einschließlich eines verspielten, karnevalistischen Ausflugs durch noch seltsamere Gefilde, der etwa in der Mitte des Stücks einsetzt. W&W #6 ist ein weiteres Beispiel: Xus galoppierende Streicher und der euphonische bis heulende Gesang vermischen sich herrlich mit Schindlers grummelnden Hörnern. #6 ist auch eines der wenigen Stücke, in denen Xus Ausflüge in das zungenbrecherische Geschwafel von Yamataka Eye/Jaap Blonk zu hören sind. Andere Stücke wie das kurze W&W Solo und W&W #5 erforschen Töne auf eine Weise, die in den aktiveren und lyrischeren Stücken nicht vorkommt, und reichen von Drones über hochgestimmtes Zittern bis hin zu gedämpften Kadenzen. W&W #6, das vorletzte Stück, beginnt mit Schindlers knurrender Kontrabassklarinette, und Xu gesellt sich zunächst zaghaft am Sanxian, dann mit Gesang dazu. Sobald das Duo seinen Halt gefunden hat, dringt es in Bereiche vor, die eine energischere Erkundung der Folk-Ästhetik darstellen, die in W&W Solo XF1 so wirkungsvoll eingeführt wurde. Beim abschließenden Solo singt Xu "jetzt geht nichts mehr" und schwingt sich in ein lautes Toben auf der Guzheng. Ein passender Abschluss für eine fesselnde und exzentrische Veröffentlichung.

Reviews

arch-musik_DL004 - Udo Schindler & Xu Feng Xia_WINDundWOLKEN

As with many musicians, German reedist Udo Schindler had been pushed to his archival material by the pandemic and has released a series of strong performances with a notably diverse cast of musicians ranging from the accordionist Ute Völker to vocalist Rainald Schwarz to Japanese pianist Masako Ohta and many others in between. Count WINDundWolken (Wind and Clouds) among that batch. This release catches the duo of Schindler and Chinese string-master and vocalist Xu Fengxia live in action at the 77.Salon in Krailling, Munich in September 2017.

Xu’s website describes her work with Peter Kowald as a definitive turning point in her musical vision. If one enters this album with that idea too ingrained in their mind, however, they may be quite surprised. Indeed, Xu plays her strings (guzheng, sanxian) in unconventional settings, but, as far as I can tell, with a greater ear toward crisp melody than unorthodox techniques and sounds. WINDundWOLKEN has exceptions, of course, but as much as Xu pushes the limits of her classical training on her strings, her vocal techniques are often at least as striking as her instrumentation. Even here, however, she does not torture her vocal chords to explore the guttural shouts, strained squeaks and decay that many other avant-garde vocalists do. Instead, she dances between East Asian folk melodies, Euro-American acoustic traditions, and experimental music. For what it is worth, Schindler also avoids the extreme ends of unconventionality on his clarinets and this shared focus on melodicism outside of the pop and jazz traditions makes this album work remarkably well.

Especially through Xu’s work, the album hints at interesting connections between American and European folk traditions and those of East Asia. Take, for instance, W&W Solo XF1. This is an absolutely beautiful, pensive folk ballad that, substituting a banjo and English as the instrument and language of choice, could fit as well in Appalachia as I assume it does in the tradition that birthed it. The melody is simple, but moving, and somehow universal. What is more, its plaintive drawl balances the free form excursions surrounding it. These swing from the slow and contemplative, as on W&W #3, which initially evokes a noirish stroll through some nondescript though placid docks (maybe with an eye towards the slowly shifting clouds above) to gustier passages of less inhibited improvisation, including a playful, carnival-esque jaunt through even stranger territories that sets in about halfway through the track. W&W #6 is another example: Xu’s galloping strings and euphonious-to-ululating singing intermingle delightfully with Schindler’s grumbling horns. #6 is also one of the few pieces that showcases Xu’s excursions into the Yamataka Eye/Jaap Blonk tongue-twisting babble. Other pieces, such as the brief W&W Solo and W&W #5 explore tones in a way that the more active and lyrical pieces do not, ranging from drones to high pitched quavering to huffed cadences. W&W #6, the penultimate track, begins with Schindler’s growling contrabass clarinet and Xu joins tentatively on sanxian at first, then on vocals. As the duo finds their footing, they fall into territory that are a more energetic exploration of the folk aesthetics introduced so effectively in W&W Solo XF1. For the final solo, Xu sings “ jetzt geht nichts mehr” (“now it doesn’t work”) and swings into a noisy romp through the guzheng. A fitting ending to a compelling and eccentric release. By Nick Ostrum

https://www.freejazzblog.org/2022/02/udo-schindler-and-xu-fengxia.html

Wie bei vielen anderen Musikern auch, wurde der deutsche Bläser Udo Schindler durch die Pandemie zu seinem Archivmaterial gedrängt und hat eine Reihe starker Auftritte mit einer bemerkenswert vielfältigen Besetzung von Musikern veröffentlicht, die von der Akkordeonistin Ute Völker über den Sänger Rainald Schwarz bis zur japanischen Pianistin Masako Ohta und vielen anderen dazwischen reicht. Dazu gehören auch WINDundWolken. Diese Veröffentlichung zeigt das Duo aus Schindler und der chinesischen Saitenmeisterin und Sängerin Xu Fengxia live in Aktion im 77.Salon in Krailling, München im September 2017.

Xus Website beschreibt ihre Arbeit mit Peter Kowald als einen definitiven Wendepunkt in ihrer musikalischen Vision. Wer mit dieser Vorstellung im Hinterkopf an dieses Album herangeht, könnte allerdings ziemlich überrascht sein. In der Tat spielt Xu ihre Saiteninstrumente (Guzheng, Sanxian) in unkonventionellen Settings, aber, soweit ich das beurteilen kann, mit einem größeren Ohr für klare Melodien als für unorthodoxe Techniken und Sounds. Natürlich gibt es auch bei WINDundWOLKEN Ausnahmen, aber so sehr Xu auf ihren Saiten an die Grenzen ihrer klassischen Ausbildung stößt, ihre Gesangstechniken sind oft mindestens so auffällig wie ihre Instrumentierung. Doch selbst hier quält sie ihre Stimmbänder nicht, um die gutturalen Schreie, das angestrengte Quietschen und den Zerfall zu erforschen, wie es viele andere Avantgarde-Vokalisten tun. Stattdessen tanzt sie zwischen ostasiatischen Volksmelodien, euro-amerikanischen akustischen Traditionen und experimenteller Musik. Auch Schindler vermeidet auf seinen Klarinetten die extremen Enden der Unkonventionalität, und dieser gemeinsame Fokus auf Melodik außerhalb der Pop- und Jazztraditionen lässt dieses Album bemerkenswert gut funktionieren.

Besonders durch Xus Arbeit deutet das Album interessante Verbindungen zwischen amerikanischen und europäischen Folk-Traditionen und denen Ostasiens an. Nehmen wir zum Beispiel W&W Solo XF1. Dies ist eine wunderschöne, nachdenkliche Folk-Ballade, die, wenn man ein Banjo und Englisch als Instrument und Sprache der Wahl einsetzt, genauso gut in die Appalachen passen könnte, wie ich annehme, dass sie auch in die Tradition passt, aus der sie entstanden ist. Die Melodie ist einfach, aber bewegend, und irgendwie universell. Darüber hinaus gleicht sie mit ihrem klagenden Tonfall die sie umgebenden Freiform-Exkursionen aus. Diese reichen vom Langsamen und Kontemplativen, wie bei W&W #3, das zunächst an einen unheimlichen Spaziergang durch unscheinbare, aber ruhige Docks erinnert (vielleicht mit Blick auf die langsam ziehenden Wolken darüber), bis hin zu stürmischeren Passagen mit weniger gehemmten Improvisationen, einschließlich eines verspielten, karnevalistischen Ausflugs durch noch seltsamere Gefilde, der etwa in der Mitte des Stücks einsetzt. W&W #6 ist ein weiteres Beispiel: Xus galoppierende Streicher und der euphonische bis heulende Gesang vermischen sich herrlich mit Schindlers grummelnden Hörnern. #6 ist auch eines der wenigen Stücke, in denen Xus Ausflüge in das zungenbrecherische Geschwafel von Yamataka Eye/Jaap Blonk zu hören sind. Andere Stücke wie das kurze W&W Solo und W&W #5 erforschen Töne auf eine Weise, die in den aktiveren und lyrischeren Stücken nicht vorkommt, und reichen von Drones über hochgestimmtes Zittern bis hin zu gedämpften Kadenzen. W&W #6, das vorletzte Stück, beginnt mit Schindlers knurrender Kontrabassklarinette, und Xu gesellt sich zunächst zaghaft am Sanxian, dann mit Gesang dazu. Sobald das Duo seinen Halt gefunden hat, dringt es in Bereiche vor, die eine energischere Erkundung der Folk-Ästhetik darstellen, die in W&W Solo XF1 so wirkungsvoll eingeführt wurde. Beim abschließenden Solo singt Xu "jetzt geht nichts mehr" und schwingt sich in ein lautes Toben auf der Guzheng. Ein passender Abschluss für eine fesselnde und exzentrische Veröffentlichung.

reviews

Bad Alchemy #115

TRAUMballade (am_DL015) präsentiert als Rückgriff in den November 2015 UDO SCHINDLERS Tête-à-tête mit MAJA OSOJNIK und deren mit Live-Electronics forcierter, im Low Frequency Orchestra, bei Subshrubs und Rdeča Raketa tiefenkollernder Paetzold-Bassblockflöte. Dieses fauchende, dunkel dröhnende Urviech, umbalzte er im Salon mit Kontrabassklarinette, Sopranosax & Euphonium, schmatzend und raukehlig grollend. Doderers dicke Tanten bekommen da monströse Konturen, der Verehrer jedoch nicht weniger, die Paarungsrufe, das röhrende, wuppernde Techtelmechtel, das deutet schwer auf Muto-Sex hin. In der Galerie arToxin erklingt mit Bassklarinette & Soprano das hellhörig tastende Vorspiel. Der Platzhirsch nähert sich da noch vorsichtig dem ominös elektrisierten Dunstkreis der Wienerin, die beidseitige Betriebstemperatur köchelt auf kleiner Flamme, aber derart vielversprechend, es anderntags nicht beim Träumen zu belassen. [BA 115 rbd]

TRAUMballade (am_DL015) presents UDO SCHINDLER's tête-à-tête with MAJA OSOJNIK and her Paetzold bass recorder, forced with live electronics and deep-throated in the Low Frequency Orchestra, Subshrubs and Rdeča Raketa. This snarling, darkly droning primeval beast, he balled around in the salon with con¬trabass clarinet, sopranosax & euphonium, smacking and rough-throated rumbling. Dode¬rer's fat aunts take on monstrous contours, the admirer no less so, the mating calls, the roaring, churning hanky-panky, all pointing strongly to muto-sex. In the arToxin gallery, bass clarinet and soprano sound the audibly groping prelude. The top dog is still cautiously approaching the ominously electrified haze of the Viennese, the operating temperature on both sides is simmering on a low flame, but so promising that the next day it will not be left to dreaming.

Mit.gegen.sprech (am_DL022) als Konzert des 94. Salons für Klang+Kunst am 28.7.2019 in Krailling und Begegnung mit MEINRAD KNEER gehört daneben wieder in UDO SCHINDLERs Kontrabass-Date-Reihe. Für das kollegiale Für und Wider mit Kneers bei Dalgoo, Andreas Willers 7 of 8, im Julie Sassoon Quartet oder mit Ab Baars & Bill Elgart entfalteter Kunstfertigkeit. Mit nachtvogeliger Klarinette zu celloesken Bogenstrichen von abyssal bis diskant, elegant, rasant. Oder als knarrender, kirrender Behemoth zu madenhackerischem, wuselfingrigem Pizzicato. Doch zugleich sonor empor ins Reich der Edelmenschen, tänzelnd auf Finger- und Zungenspitzen, gegen den Strich der Kontraregister urig ziseliert. Mit Kornett blechrissig quakend zu knarzigen, schillernden Kratzern, ploppig oder quäkend zu federnden Lauten und schockoladendunklen Tönen. Oder heimlich und leise zu nicht mehr ganz so schönen. Und wieder keckernd und schrill zu samtiger Braille, in minotaurischer Brunft zu surrender Kneerologie. Tiger, Bär und Tigerente kommen auf crescendierenden Pfaden Shangri-la ganz nah. [BA 115 rbd]

Mit.gegen.sprech (am_DL022) as a concert of the 94th Salon für Klang+Kunst on 28.7.2019 in Krailling and encounter with MEINRAD KNEER belongs alongside it again in UDO SCHIND¬LER's double bass date series. For the collegial pros and cons with Kneers at Dalgoo, Andreas Willers 7 of 8, in the Julie Sassoon Quartet or with Ab Baars & Bill Elgart unfolded artistry. With nocturnal clarinet to celloesque bow strokes from abyssal to discrete, elegant, racy. Or as a creaking, chirring behemoth to maggot-chopping, scurrying pizzicato. But at the same time sonorously up into the realm of the noble men, dancing on the tips of fingers and tongues, quaintly chiselled against the grain of the contra registers. With the cornet, a tinny croak to creaky, shimmering scratches, plopping or squawking to feathery lutes and shockingly dark tones. Or secretly and quietly to not-so-beautiful ones. And again, jangling and shrill to velvety braille, in minotauric rut to whirring kneerology. Tiger, bear and tiger duck come very close to Shangri-la on crescendoing paths.

Am Tag danach stieß zu SCHINDLER & KNEER noch KARINA ERHARD an C & Altoflöte und Sopranosax. Für ein RAUMspiel (am_DL027), das Schindler die Lust eingab, sich in der Münchner Nazarethkirche mit B & Bassklarinette, Kornett & F-Tuba aufzufächern. In einem Spektrum von umbra bis trillerig gehen dicke Finger, zarte Lippen flöten, in samtiger oder rauer Tönung, cholerisch krawallend, verstopft ausgebremst, lauthals schweifend in Wellen und Schüben. Kneer krabbelt tausendfüßerisch, flattert wie eine Motte, doch alle drei juckt es nach einem Tier-Werden, vogelig oder schnaubend. Kneer mutiert mit Bogen zum dritten Bläser, der ganze Raum erschaudert wie vitalisiert von Alain Damasios 'Flüchtigen'. Euphorisch euphonisiert, doch mit Spaß an grellen Farben, frischfröhlichen Frequenzen, Holz klirrt, Metall quarzt, Fleisch klopft. Zwischen Bassparterre und Altissimo springt und tropft es, die Tuba murrt, der Bogen surrt als horizontales Jo-Jo und klappert die Wände ab, das Soprano tut, i-i-iiii, pikiert. [BA 115 rbd]

The day after, SCHINDLER & KNEER were joined by KARINA ERHARD on C & alto flute and sopranosax. For a RAUMspiel (am_DL027) that gave Schindler the desire to fan out in Munich's Nazarethkirche with B & bass clarinet, cornet & F tuba. In a spectrum from umbra to trill, thick fingers, delicate lips go fluttering, in velvety or rough tones, cholerically rioting, clogged up slowed down, loudly rambling in waves and spurts. Kneer crawls millipede-like, flutters like a moth, but all three itch to become an animal, bird-like or snorting. Kneer mutates into a third wind player with his bow, the whole room shudders as if vitalised by Alain Da¬masio's 'Fugitives'. Euphorically euphonised, but with fun in bright colours, fresh-cheerful frequencies, wood clangs, metal squeals, flesh knocks. Between bass parterre and altissimo it jumps and drips, the tuba grumbles, the bow whirs as a horizontal yo-yo and rattles off the walls, the soprano acts, i-i-iiii, piqued.

Nein, Made in Japan (am_DL031) entstand nicht in Japan, sondern zu einer so überschriebenen Fotoausstellung im Münchner Galerie arToxin am 7.7.2021. Als erneuter Einklang von UDO SCHINDLER, unserem Kraillinger Klang-Architekten und Arch-Musik-Macher, mit MASAKO OHTA, sie mit Electronic Taishogoto & Voice, er an Sopranosax, Analogsynthesizer, Sheng & Hulusi. Fernöstliche Poesie und Münchner Gartenkunst, auf Seerosenblättern serviert, ja zelebriert. Um den zengärtnerischen Spirit und die Idylle gleich darauf zu zerreißen mit Hitech, die nicht weniger Made in Japan ist. Und allemal so kurios, wie ich es bei Ohta nicht vermutet hätte, wobei vor allem das Zugleich des Launig-Abstrusen mit dem immer wieder ebenso launigen oder aber auch lyrischen Mundwerk und Saitenspiel besticht, der kanariengelben Sopranistik, der zirpenden, schräg flötenden Mundorgelei, dem drahtharfigen Plinkplonk. Und wenn Ohta dann noch trommelt und kabukiesk vokalisiert, wenn der Synthi so garstig fiept und bratzelt, dass es den Kirschblüten schaudert, bis hin zum JapNoise-Tsunami... [BA 115 rbd]

No, Made in Japan (am_DL031) was not created in Japan, but for an over-written photo exhibition at the Munich gallery arToxin on 7.7.2021. As a renewed harmony of UDO SCHINDLER, our Kraillinger sound architect and arch music maker, with MASAKO OHTA, she with Electronic Taishogoto & Voice, he on Sopranosax, Analogsynthe¬sizer, Sheng & Hulusi. Far Eastern poetry and Munich garden art, served, even celebrated, on lily pads. To tear apart the garden spirit and idyll immediately afterwards with hitech that is no less Made in Japan. And always so curious, as I would not have suspected with Ohta, whereby especially the combination of the whimsical-abstract with the always equally whimsical or also lyrical mouth and string playing is captivating, the canary-yellow sopranism, the chirping, obliquely fluting mouth ornamentation, the wire-sharp plinkplonk. And when Ohta then adds drumming and kabukiesk vocals, when the synth whistles and squeals so nastily that it makes the cherry blossoms shudder, even to the point of a JapNoise tsunami....

trybuna muzyki spontaniczny_piątek, 8 lipca 2022

Udo Schindler! Three Of a Perfect Pair!

Niemiecki saksofonista, klarnecista, muzyk prawdziwie multiinstrumentalny, Udo Schindler kończy w tym roku 70 lat i zdaje się obchodzić tę zacną rocznicę w sposób niebywale huczny. Nowe nagrania sypią się jak z rogu obfitości, nie sposób ich wszystkich ogarnąć jedną parą receptorów słuchu, ani tym bardziej, opisać wszystkie zgrabną i pokrętna metaforyką Pana Redaktora. Ale ponieważ jubileusz, to rzecz ważna, redakcja zwarła szyki i przygotowała dla swych ukochanych Czytelników skromny wybór nowości artysty.

Zapraszamy na odczyt i odsłuch trzech duetów. Dwa z nich popełnione zostały w towarzystwie szczególnie na tych łamach hołubionych, swobodnie improwizujących kontrabasistów – Petera Jacquemyna i Meinrada Kneera, trzecia zaś powstała w wyniku kooperacji z pianistą Michelem Wintschem, muzykiem niezwykle intrygującym, który z pozycji wyciszonego kameralisty potrafi w ułamku sekundy przejść na pozycję dyktującego warunki gry. Na tle tych muzyków nasz jubilat wypada doprawdy imponująco. Sięga po cały arsenał instrumentów dętych, nie tylko drewnianych, ale także blaszanych i brnie w swobodne strumienie dźwiękowe z gracją godną nie jednego jubileuszu.

So, welcome to the world of Udo!

Der deutsche Saxophonist, Klarinettist und wahrhaftige Multiinstrumentalist Udo Schindler wird dieses Jahr 70 Jahre alt und scheint dieses edle Jubiläum auf bemerkenswert aufwendige Weise zu feiern. Neue Aufnahmen strömen wie ein Füllhorn, es ist unmöglich, sie alle mit einem einzigen Paar Hörrezeptoren zu erfassen, geschweige denn, sie alle mit den hübschen und verdrehten Metaphern von Herrn Editor zu beschreiben. Aber weil ein Jubiläum eine große Sache ist, haben sich die Redakteure zusammengerissen und eine bescheidene Auswahl an Neuigkeiten des Künstlers für ihre geschätzten Leser zusammengestellt.

Wir laden Sie ein, drei Duette zu lesen und zu hören. Zwei der Duette entstanden in Begleitung von Peter Jacquemyn und Meinrad Kneer, Kontrabassisten, die auf diesen Seiten besonders beliebt sind, und das dritte wurde in Zusammenarbeit mit dem Pianisten Michel Wintsch geschrieben, einem äußerst faszinierenden Musiker, der in der Lage ist, in Sekundenbruchteilen von der Position eines ruhigen Kammermusikers in die eines Diktators der Spielbedingungen zu wechseln. Vor dem Hintergrund dieser Musiker ist unser Juwelier wirklich beeindruckend. Er schöpft aus dem gesamten Arsenal der Blasinstrumente, nicht nur der Holzbläser, sondern auch der Blechbläser, und stürzt sich mit einer Anmut, die so manchem Jubiläum würdig ist, in frei fließende Klangströme.

German saxophonist, clarinettist and truly multi-instrumentalist, Udo Schindler turns 70 this year and seems to be celebrating this noble anniversary in a remarkably lavish manner. New recordings are pouring in like a horn of plenty, it is impossible to encompass them all with a single pair of auditory receptors, let alone describe them all with the neat and twisted metaphors of Mr Editor. But because an anniversary is a big deal, the editors have pulled themselves together and prepared a modest selection of the artist's news for their beloved readers.

We invite you to read and listen to three duets. Two of the duets were written in the company of Peter Jacquemyn and Meinrad Kneer, double bass players who have been particularly popular in these pages, and the third was written in collaboration with pianist Michel Wintsch, an extremely intriguing musician, who is able to move from the position of a quiet chamber musician to one who dictates the playing conditions in a split second. Against the background of these musicians, our jubilarian is truly impressive. He draws on the entire arsenal of wind instruments, not only woodwinds, but also brass, and rushes into free-flowing streams of sound with a grace worthy of many a jubilee.

Mit.Gegen.Sprech with Meinrad Kneer

Kolejny duet z kontrabasistą stawia na bardziej kameralne frazy, nieco temperuje emocje, ale dzięki temu, w niektórych momentach, wydaje się być jeszcze smakowitszy. Początek niemal post-klasyczny – zrównoważony klarnet i wytłumiony smyczek budują cierpliwie spokojną, ale wewnętrznie emocjonalną opowieść. W drugim epizodzie pojawiają się drobne naleciałości jazzowe, wynikające zarówno z trybu pracy kontrabasu, jak i charakteru dętych podmuchów. Tymczasem klarnet basowy bierze sprawy w swoje ręce i daje nam mały koncert preparowanych dźwięków. Z kolei rozhuśtany kontrabas stawia na permanentne zmiany, dzięki czemu improwizacja mieni się wszelkimi kolorami tęczy, zwłaszcza, gdy w grze pojawia się smyczek. Post-barok, dronowe imitacje, drobne wzniesienie i finałowa, rozległa dolina. W trzeciej odsłonie do gry wkracza kornet, którego głębokie westchnienia zdobione są smyczkowymi preparacjami. Narracja pnie się ku górze z dużą swobodą, pełna urokliwego brzmienia. W kolejnej części powraca klarnet basowy i open jazzowe frazy kontrabasu, pojawiają się także akcenty percussion. I tu emocje rosną, a nastroje muzyków robią się całkiem taneczne. Krzyczą na siebie i swawolą.

Początek piątej improwizacji oddycha wraz z ciszą. Preparowane, delikatne frazy płyną ze strony obu muzyków. Smyczek ledwie muska struny, w tubie klarnetu świszcze zimne powietrze. Kontrabasista pociąga tu za sznurki, klarnecista woli smutne kwilenia na stronie. W drugiej części tej urokliwej ekspozycji pojawia się nieco humoru i taneczności, a w trybem pizzicato narracja pokonuje w niezłym tempie całkiem efektowne wzniesienie. Szósta improwizacja zaczyna się na samym dnie. Drobne, tajemnicze frazy - z jednej stronie końskie rżenie, z drugiej barokowe lamenty. Narracja z czasem pęcznieje, rogowacieje, leje się coraz szerszym korytem. W siódmej, dość krótkiej opowieści powraca kornet i jazzowy step kontrabasu. Niezłe tempo improwizacji sprawia, że dość szybko docieramy do ostatniej części, najdłuższej, definitywnie najbardziej efektownej. Zaczyna ją smyczek, który snuje się po podłodze. W tubie klarnetu basowego dygocze powietrze. Narracja kreuje niebywały suspens, a klimatem blisko jej do muzyki dawnej! Ocean drobiazgów eksploduje tu czystą urodą. Smyczek pnie się ku górze, dęciak płynie w poprzek głównego nurtu. Niektóre dźwięki przypominają tu gregoriańskie śpiewy, choć płyną niebywale głęboką doliną. Wszystko zaczyna narastać, lepić się w jeden dron. Muzycy wydają się całkowicie wyswobodzeni z jarzma jakichkolwiek konwencji. Piękne zakończenie albumu!

Ein anderes Duett mit einem Kontrabassisten wählt intimere Phrasen, mildert die Emotionen ein wenig, was sie aber an manchen Stellen noch schmackhafter erscheinen lässt. Der Anfang ist fast postklassisch - ausgewogene Klarinette und gedämpfte Bögen bauen eine geduldig ruhige, aber in sich ruhende emotionale Geschichte auf. In der zweiten Episode sind leichte Jazz-Anklänge zu hören, die sich sowohl aus dem Kontrabassmodus als auch aus der Art der Bläsersätze ergeben. Währenddessen nimmt die Bassklarinette die Dinge selbst in die Hand und gibt ein kleines Konzert mit vorbereiteten Klängen. Der swingende Kontrabass hingegen sorgt für ständige Veränderungen und lässt die Improvisation in allen Farben des Regenbogens schillern, besonders wenn der Bogen ins Spiel kommt. Postbarock, Drone-Imitationen, ein kleiner Anstieg und ein abschließendes, ausladendes Tal. Im dritten Satz kommt ein Kornett ins Spiel, dessen tiefe Seufzer von Streicherpräparaten untermalt werden. Die Erzählung klettert mit großer Freiheit, voller charmanter Klänge. Im nächsten Satz kehren die Bassklarinette und die offenen Jazz-Phrasen des Kontrabasses zurück, und auch das Schlagzeug setzt Akzente. Und hier wächst die Spannung, und die Stimmungen der Musiker werden recht tanzbar. Sie schreien sich gegenseitig an und prahlen miteinander.

Der Beginn der fünften Improvisation atmet mit der Stille. Vorbereitete, zarte Phrasen fließen von beiden Musikern. Der Bogen berührt kaum die Saiten, die kalte Luft keucht in der Kontrabass-Klarinette. Der Kontrabassist zieht hier die Saiten an, der Klarinettist bevorzugt die traurigen Achtel auf der Seite. Im zweiten Teil dieser charmanten Exposition gibt es etwas Humor und Tanzbarkeit, und im Pizzicato-Modus erklimmt die Erzählung in einem guten Tempo einen beeindruckenden Hügel. Die sechste Improvisation beginnt ganz unten. Feine, geheimnisvolle Phrasen - auf der einen Seite das Wiehern eines Pferdes, auf der anderen ein barockes Lamento. Die Erzählung schwillt mit der Zeit an, schwillt, schwillt an, ergießt sich in ein immer breiter werdendes Tal. In der siebten, eher kurzen Geschichte kehren das Kornett und der Jazzschritt des Kontrabasses zurück. Mit einem guten Improvisationstempo erreichen wir recht schnell den letzten Satz, den längsten und definitiv den beeindruckendsten. Es beginnt mit einem Bogen, der über den Boden gleitet. Die Tuba der Bassklarinette baumelt in der Luft. Die Erzählung baut eine unglaubliche Spannung auf, und die Atmosphäre ist nahe an alter Musik! Ein Meer von Schmuckstücken explodiert hier in schierer Schönheit. Die Verbeugung schiebt sich nach oben, das Blech fließt über den Mainstream. Einige der Klänge hier erinnern an gregorianische Gesänge, obwohl sie in einem unglaublich tiefen Tal fließen. Alles fängt an, sich zu einem einzigen Dröhnen zusammenzufügen. Die Musiker scheinen völlig befreit vom Joch der Konventionen. Ein schönes Ende des Albums!

Another duet with a double bassist opts for more intimate phrases, tempers the emotion a little, but this makes it seem even more palatable at some points. The beginning is almost post-classical - balanced clarinet and muted bowing build a patiently calm but intrinsically emotional story. In the second episode there are minor jazz overtones, stemming from both the double bass mode and the nature of the brass blasts. Meanwhile, the bass clarinet takes matters into its own hands and gives us a small concert of prepared sounds. The swinging double bass, on the other hand, puts on permanent changes, making the improvisation shimmer with all the colours of the rainbow, especially when the bow comes into play. Post-baroque, drone imitations, a minor ascent and a final, sweeping valley. In the third movement, a cornet enters the game, its deep sighs adorned with string preparations. The narrative climbs with great freedom, full of charming sound. In the next movement, the bass clarinet and the open jazz phrases of the double bass return, and percussion accents also appear. And here the excitement grows and the moods of the musicians get quite danceable. They shout at each other and swagger.

The beginning of the fifth improvisation breathes along with the silence. Prepared, delicate phrases flow from both musicians. The bow barely touches the strings, the cold air wheezes in the contrabass clarinet. The double bassist pulls the strings here, the clarinetist prefers the sad quavers on the page. In the second part of this charming exposition there is some humour and danceability, and in pizzicato mode the narrative climbs quite an impressive hill at a good pace. The sixth improvisation begins at the very bottom. Fine, mysterious phrases - on one side a horse's neighing, on the other a baroque lament. The narrative swells with time, swells, swells, pours in an ever-widening trough. In the seventh, rather short story, the cornet and the jazz step of the double bass return. With a good pace of improvisation, we reach the last movement, the longest and definitely the most impressive, quite quickly. It begins with a bow that slides across the floor. The tuba of the bass clarinet dangles the air. The narrative creates incredible suspense, and the atmosphere is close to early music! An ocean of trinkets explodes here with sheer beauty. The bowing thrusts upwards, the brass flows across the mainstream. Some of the sounds here are reminiscent of Gregorian chant, although they flow in an incredibly deep valley. Everything begins to build up, to stick together into a single drone. The musicians seem completely liberated from the yoke of any conventions. A beautiful end to the album!

Bad Alchemy BA#116 – Rigobert Dittmann (August 2022)

Auf Akustronik#2_arToxin (Arch-Musik, am_DL024) erklingt 'THERESYN_A.22.02.solo(1)', UDO SCHINDLERs Soloversion seiner live-elektronischen Komprovisation, performt am 9.2.2022 in der Münchner Galerie arToxin mit Theremin, monophonem Analog-Synthesizer, Gitarreneffekten und Mandoline. So, dass er schon mit den ersten erratischen Zupflauten toxischer Wohltemperiertheit das Ohr verdreht, sie mit Drones und Plops elementar ver-doepfert, zerrumpelt, umeinander zerrt, drauf pfeift und sich dabei an einem furzenden, jaulenden Arturia MicroBrute anarchisch freie Hand lässt . Akustronik#2_arToxin (Arch-Musik, am_DL024) features 'THERESYN_A.22.02.solo(1)', UDO SCHINDLER's solo version of his live-electronic comprovisation, performed on 9.2.2022 at the Munich gallery arToxin with theremin, monophonic analogue synthesizer, guitar effects and mandolin. So that he already twists the ear with the first erratic plucking sounds of toxic well-temperedness, elementally de-feats them with drones and plops, shatters them, tugs them around each other, whistles at them and, at the same time, anarchically gives himself free rein on a farting, howling Arturia MicroBrute.

Für Basic Acoustronics (am_DL033) ist UDO SCHINDLER an Klarinetten KORHAN EREL am Synthesizer wiederbegegnet, live am 22.4.2022, als BASIS_Klangraum #3 im MUCCA. Der mit und ohne Strom schnarrende, jaulende, kirrende, knarrende, flötende, bratzelnde, röhrende Soundscape mag nüchternen und hellhörigen Lauscher*n sich als Schallraum-Dialog auftun, mitdenkenden als Brainstorm im Thinktank, abenteuerlustigen als absurde Mad-Movie-Action, träumerischen als Dreamscape mit albtraumhaften und grotesken Momenten, phantasievollen gar als seltsame Begegnung der cthulhuesken Art.

For Basic Acoustronics (am_DL033) UDO SCHINDLER on clarinets has reencountered KORHAN EREL on synthesizer, live on 22.4.2022, as BASIS_Klangraum #3 at MUCCA. The soundscape, which buzzes, howls, whirs, creaks, flutters, rattles and roars with and without electricity, may open up to sober and clairaudient listeners as a sound-space dialogue, to those who think along as a brainstorm in the think tank, to the adventurous as absurd mad-movie action, to the dreamy as a dreamscape with nightmarish and grotesque elements, and even to the imaginative as a strange encounter of the cthulhuesque kind.

UDO SCHINDLER und KORHAN EREL nutzten die Gelegenheit, um anderntags, also am 23.4., im Studio Schnitzer& zusammen mit der Flötistin KARINA ERHARD etwas zu kreieren, das sie mit Surfiction (am_DL035) überschrieben haben, einem Begriff, den der belesene Schindler bei Raymond Federman fand, exemplarisch in „Alles oder Nichts“. Ihr Trio nennen sie dabei SEE!, so dass darin tiefe Wasser und Schau! schillern, aber auch Tom McCarthys „C“ als Sea und Kürzel für Carbon, Code, Connection, Crypt und Cocaine. Auf Deutsch ist das ausgehärtet zu „K“ - wie Kohlenstoff, Korhan und Karina, wie die Klarinetten und das Kornett, das Schindler kurz quäkt. Wie der kurioser Klingklang komischer Vögel, die da Loplop spielen zwischen kontrabassigem Kochtopf, knarrendem Sub, kirrendem Sursum und zarten Koloraturen der Klarinette oder von Karinas Flöte.

UDO SCHINDLER and KORHAN EREL took the opportunity to create something together with flutist KARINA ERHARD on the other day, 23.4. in Studio Schnitzer&, which they entitled Surfiction (am_DL035), a term that the well-read Schindler found in Raymond Federman, exemplified in "All or Nothing". They call their trio SEE! so that deep waters and Schau! shimmer in it, but also Tom McCarthy's "C" as Sea and abbreviation for Carbon, Code, Connection, Crypt and Cocaine. In German, this has hardened into "K" - like Carbon, Korhan and Karina, like the clarinets and the cornet that Schindler squawks briefly. Like the curious sound of comical birds playing Loplop between the contrabassic cooking pot, the creaking sub, the clanging sursum and the delicate coloratura of the clarinet or Karina's flute.

Free Syntax (am_DL032) resultiert aus dem Zusammenklang von UDO SCHINDLERs (Kontra)(Bass)Klarinetten mit der mit Silke Eberhard und Andreas Willers 7 of 8 bekannten Trompete von NIKOLAUS NEUSER, am 20.5.2022 im MUCCA. Der 'Ursonaten'-fitte Potsa-Lotsa-Tröter wagt da zu Schindlers Kapriolen ungewohnt glänzende und zart zirpende Töne, aber auch ploppende, fetzende, wahwah-weiche, wie geschmierte und spuckig brodelnde. Schindler ist für das Extreme immer zu haben, aber zieht auch mit bei den versonnenen Lyrismen, weil davon die Eskapaden sich umso stupender abheben.

Free Syntax (am_DL032) results from the harmony of UDO SCHINDLER's (contra)(bass) clarinets with the trumpet of NIKOLAUS NEUSER, known from Silke Eberhard and Andreas Willers 7 of 8, on 20.5.2022 at MUCCA. The 'Ursonaten'-fit Potsa-Lotsa-Tröter dares there to Schindler's capers unusual shining and tender chirping tones, but also plopping, shredding, wahwah-soft, as if lubricated and spitting seething. Schindler is always up for the extreme, but also goes along with the pensive lyricism, because the escapades stand out all the more stupendously from it.

STORM without WIND (am_DL034) ist das, was UDO SCHINDLER an Sopran- & Tenorsax + Tubax und - kleine Welt – ANDREAS WILLERS mit E-Gitarrensound geerntet haben, im MUCCA am 24.6.2022. Im Andenken an Etel Adnan (1925-2021) und deren Gedanken: Painters have a knowledge that goes beyond language. They are where the musicians are. Mit Musik, in der Farben und 100 Gedanken tönen und kupferne Horizonte flammen. Gegen den Herrn der Finsternis, keine Formsache, sondern wilde Herzensangelegenheit, die Tubax zwischen Abyss und Altissimo, die unbändige Gitarre, irre.

STORM without WIND (am_DL034) is what UDO SCHINDLER on soprano & tenor sax + tubax and - small world - ANDREAS WILLERS with electric guitar sound have harvested, at MUCCA on 24.6.2022. In memory of Etel Adnan (1925-2021) and her thoughts: Painters have a knowledge that goes beyond language. They are where the musicians are. With music in which colours and 100 thoughts resound and copper horizons flame. Against the Lord of Darkness, not a formality but a wild affair of the heart, the Tubax between Abyss and Altissimo, the irrepressible guitar, crazy.

Geplaatst op 23 november 2022 door Ben Taffijn

Ik kom op bassist Meinrad Kneer, die hier vandaag en morgen centraal staat, door de cellist Guilherme Rodrigues, samen zijn ze met altviolist Ernesto Rodrigues en saxofonist Simon Rose te horen op het bij Creative Sources Records verschenen ‘Birds and Humans’. En op Rodrigues kwam ik natuurlijk door zijn samenwerking met Dirk Serries op ‘The Sage Flower’ dat hier eerder voorbij kwam. Maar eerst sta ik in dit verhaal stil bij de samenwerking met klarinettist en kornettist Udo Schindler, een wel heel ongewone combinatie. Samen zijn ze te horen op ‘mit​.​gegen​.​sprech’ en ‘RAUMspiel’, op die laatste aangevuld met fluitiste en saxofoniste Karina Erhard. Beide albums verschenen als download op Schindler’s Bandcamp pagina.

Acht titelloze stukken bevat ‘mit.gegen.sprech’. We beginnen rustig, ingetogen en uiterst melodieus, met mooie lange lijnen van Schindler op klarinet, die sfeer slaat om in het tweede deel waarin het ritme van Kneer opvalt, pizzicato gespeeld, maar ook door fel met zijn strijkstok op de snaren te slaan. Schindler beweegt zich hier behendig doorheen, met al even ritmisch spel, regelmatig ook de abstractie opzoekend. Nog abstracter gaat het eraan toe in het relatief korte derde deel, waarin we Schindler voor het eerst op kornet horen. Al het voorgaande komt aansluitend samen in het vierde stuk, waarin ritmiek en melodie enerzijds en abstractie anderzijds redelijk gelijk opgaan. Bijzonder is ook het vijfde stuk, waarvan zeker het eerste deel, waarin we Kneer in een ingetogen solo horen, te definiëren is als een klanksculptuur. Dat terwijl het vervolg ons weer een beeld geeft van Schindler’s kwaliteiten als klarinettist, indrukwekkende abstracte patronen blazend. Na een wederom abstract deel, horen we Schindler in het zevende deel weer op cornet en vooral aan het einde in een mooi ingetogen duet met Kneer. Tot slot horen we Kneer solo, met zware strijkersklanken in het laatste deel, verderop met een al even grote mate van duisternis in het spel van Schindler.

RAUMspiel’ bestaat uit vijf delen, eveneens allen zonder titel. Ook hier beginnen we vrij rustig en ingetogen, maar wel direct met een vrij grote mate van abstractie, met name omdat de beide blazers dwars tegen elkaar ingaan. Hetzelfde patroon wordt gevolgd in het tweede stuk, al lijken de twee hier wel wat meer aansluiting bij elkaar te zoeken. Kneer horen we op de achtergrond, heerlijk ingetogen pizzicato spel leverend. En was de range van instrumenten die Schindler beheerst al groot op ‘mit.gegen.sprech’, in ‘RAUMspiel’ horen we hem ook nog op de basklarinet en de tuba. De sfeer is op dit album dan ook vaak wat donkerder. Neem het begin van het vrij lange derde deel, een sfeervol klanklandschap zetten de drie hier in elkaar, gaandeweg aan dynamiek winnend. En als ik toch de associatie heb van een landschap, dan hoor ik verderop een bonte stoet aan vogels. Ook het laatste deel begint uiterst sfeervol, met prachtig fluitspel van Erhard, geflankeerd door Kneer en Schindler die het duister binnen brengen. Verderop loopt de spanning wat op, maar het duister blijft.

Geschrieben am 23. November 2022 von Ben Taffin

Über den Cellisten Guilherme Rodrigues stoße ich auf den Bassisten Meinrad Kneer, der heute und morgen hier im Mittelpunkt steht. Zusammen mit dem Bratschisten Ernesto Rodrigues und dem Saxophonisten Simon Rose sind sie auf dem Album Birds and Humans" zu hören, das bei Creative Sources Records erschienen ist. Und auf Rodrigues bin ich natürlich durch seine Zusammenarbeit mit Dirk Serries bei 'The Sage Flower' aufmerksam geworden, der hier vorhin vorbeikam. Doch zunächst gehe ich in dieser Geschichte auf die Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten und Kornettisten Udo Schindler ein, eine eher ungewöhnliche Kombination. Gemeinsam sind sie auf "mit.gegen.sprech" und "RAUMspiel" zu hören, bei letzterem ergänzt durch die Flötistin und Saxophonistin Karina Erhard. Beide Alben erschienen als Downloads auf Schindlers Bandcamp-Seite.

Acht unbetitelte Stücke sind in „mit.gegen.sprech“ enthalten. Wir beginnen ruhig, gedämpft und äußerst melodisch, mit schönen langen Linien von Schindler auf der Klarinette, die stimmungsvoll in den zweiten Teil übergehen, in dem Kneers Rhythmus hervorsticht, der pizzicato gespielt wird, aber auch, indem er mit seinem Bogen heftig auf die Saiten schlägt. Schindler bewegt sich dabei geschickt, mit ebenso rhythmischem Spiel, das regelmäßig die Abstraktion sucht. Noch abstrakter geht es im relativ kurzen dritten Satz zu, in dem wir Schindler zum ersten Mal am Kornett hören. All das kommt dann im vierten Stück zusammen, in dem Rhythmus und Melodie auf der einen und Abstraktion auf der anderen Seite ziemlich gleichberechtigt sind. Besonders ist auch das fünfte Stück, dessen erster Teil, in dem wir Kneer in einem gedämpften Solo hören, durchaus als Klangskulptur bezeichnet werden kann. Die Fortsetzung gibt uns wiederum ein Bild von Schindlers Qualitäten als Klarinettist, der beeindruckende abstrakte Muster bläst. Nach einem weiteren abstrakten Satz hören wir Schindler im siebten Satz wieder auf dem Kornett und vor allem am Ende in einem schön gedämpften Duett mit Kneer. Schließlich hören wir Kneer solo, mit schweren Streichertönen im letzten Satz, weiter mit einem ebenso großen Maß an Dunkelheit in Schindlers Spiel.

„RAUMspiel" besteht aus fünf Sätzen, die ebenfalls alle unbetitelt sind. Auch hier beginnen wir eher leise und verhalten, aber gleich mit einem ziemlich hohen Grad an Abstraktion, zumal die beiden Hörner direkt gegeneinander spielen. Das gleiche Muster wird im zweiten Stück befolgt, obwohl hier die beiden etwas mehr miteinander verbunden zu sein scheinen. Im Hintergrund hören wir Kneer, der ein wunderbar gedämpftes Pizzicato-Spiel abliefert. Und während die Bandbreite der von Schindler beherrschten Instrumente schon bei "mit.gegen.sprech" groß war, hören wir ihn in "RAUMspiel" auch auf Bassklarinette und Tuba. Die Atmosphäre auf diesem Album ist daher oft etwas düsterer. Nehmen wir den Beginn des recht langen dritten Satzes, eine atmosphärische Klanglandschaft, die die drei hier zusammengestellt haben und die allmählich an Dynamik gewinnt. Und wenn ich die Assoziation einer Landschaft habe, höre ich im weiteren Verlauf eine bunte Prozession von Vögeln. Auch der letzte Satz beginnt äußerst stimmungsvoll, mit schönem Flötenspiel von Erhard, flankiert von Kneer und Schindler, die die Dunkelheit einbringen. Im weiteren Verlauf steigt die Spannung ein wenig, aber die Dunkelheit bleibt.

Posted on 23 November 2022 by Ben Taffin

I come upon bassist Meinrad Kneer, who takes centre stage here today and tomorrow, through cellist Guilherme Rodrigues, together they can be heard with viola player Ernesto Rodrigues and saxophonist Simon Rose on the 'Birds and Humans' released by Creative Sources Records. And I came upon Rodrigues, of course, through his collaboration with Dirk Serries on 'The Sage Flower' that passed by here earlier. But first in this story, I dwell on the collaboration with clarinettist and cornet player Udo Schindler, a rather unusual combination. Together they can be heard on 'mit.gegen.sprech' and 'RAUMspiel', joined on the latter by flautist and saxophonist Karina Erhard. Both albums appeared as downloads on Schindler's Bandcamp page.

Eight untitled pieces comprise 'mit.gegen.sprech'. We start quietly, subdued and extremely melodic, with beautiful long lines by Schindler on clarinet, that atmosphere turns into the second part where Kneer's rhythm stands out, played pizzicato, but also by striking the strings fiercely with his bow. Schindler moves deftly through this, with equally rhythmic playing, regularly seeking abstraction. Things are even more abstract in the relatively short third movement, in which we hear Schindler on cornet for the first time. All the above then comes together in the fourth piece, in which rhythm and melody on the one hand and abstraction on the other are fairly equal. Also special is the fifth piece, of which certainly the first part, in which we hear Kneer in a subdued solo, can be defined as a sound sculpture. That while the sequel again gives us a picture of Schindler's qualities as a clarinettist, blowing impressive abstract patterns. After another abstract movement, we hear Schindler again on cornet in the seventh movement and especially at the end in a beautifully subdued duet with Kneer. Finally, we hear Kneer solo, with heavy string tones in the last movement, further on with an equally large degree of darkness in Schindler's playing.

'RAUMspiel' consists of five movements, also all untitled. Here, too, we begin rather quietly and subdued, but immediately with a fairly large degree of abstraction, especially as the two horns play right against each other. The same pattern is followed in the second piece, although here the two seem to connect with each other a bit more. Kneer we hear in the background, delivering wonderfully subdued pizzicato playing. And while the range of instruments mastered by Schindler was already large on 'mit.gegen.sprech', in 'RAUMspiel' we also hear him on bass clarinet and tuba. The atmosphere on this album is therefore often a bit darker. Take the beginning of the rather long third movement, an atmospheric soundscape the three put together here, gradually gaining in dynamics. And if I do have the association of a landscape, further on I hear a motley procession of birds. The last movement also starts extremely atmospheric, with beautiful flute playing by Erhard, flanked by Kneer and Schindler bringing in the darkness. Further on, the tension rises a little, but the darkness remains.

https://www.nieuwenoten.nl/

Dense Bushes with Delicate Chirps

There's so much more music being released in this general arena these days than even a handful of years ago, not only more by musicians who've drawn my attention already, but more of the sorts of combos (of both old & new participants...) that I'd been seeking: Albums seem to appear regularly lately that address musical "thoughts" that I'd been eager to address previously, but end up neglecting now, forced to choose, always trying to include unfamiliar names too.... (In the past, there were also more albums appearing here that I didn't really hear as all that successful in sum, but nonetheless wanted to highlight for some aspect....) It's been a welcome explosion of activity, and rewarding too to have been a small part of the conversation, to hear some anticipated (& unanticipated) music become real.... And then of course there're individual musicians today who're able to release quite regularly & prolifically (i.e. as part of a new musical economy, for better or worse...): I most recently reviewed German "architectural" multi-horn player Udo Schindler in June 2023, mentioning his Bandcamp trio album Canto Senza Parole Recitativo (with Eric Zwang Eriksson & Sebi Tramontana), and Schindler does continue to self-release there, most recently Dense Bushes with Delicate Chirps (recorded in Munich in September 2023). For that outing, Schindler was joined by Irene Kepl — with whom he recorded the duo album Fabulierblattchen in 2019, released on Creative Sources... — on violin, and Karina Erhard — with whom he recorded the trio album (with Damon Smith) The Munich Sound Studies Vol. 1 for FMR, reviewed here January 2021 — on flute. (Coincidentally, Kepl also appeared on Resonators with George Cremaschi, alluded in the prior entry.... And Schindler had already released other material with both Kepl & Erhard, but not together.) And as the title might imply — & regular readers might note that I sometimes use the word "thicket" here myself... — there's considerably more simultaneity than many Schindler releases, which tend to be more open & sinewy in their melodic explorations. (The latter could be said of at least the first self-released track on the pending trio album with Eriksson & Ardhi Engl, Sound Poems to the Risk, recorded the week after Dense Bushes with Delicate Chirps & set to appear on Creative Sources....) So here we have a denser interaction, but also as the title suggests, a melodic (generative) sense, a sort of (polyphonic) shifting of perspective between undergrowth & fluttering to the fore.... There's thus a "bigger" sound much of the time, i.e. more chordal explorations of sonic spectra, but also collectively slowing at times, lingering in vertical layers. By the end, overlapping lines come to enter & leave at various oblique angles, suggesting almost a sense of wistfulness. And I do find myself wishing that the music continued (pace many of Schindler's albums being on the long side...) with its naturalistic atmosphere & sometimes dense (yet always in motion... a living thicket...) soundscape.

Heutzutage wird so viel mehr Musik in diesem Bereich veröffentlicht als noch vor ein paar Jahren, nicht nur mehr von Musikern, die bereits meine Aufmerksamkeit erregt haben, sondern auch mehr von der Art von Combos (sowohl von alten als auch neuen Teilnehmern...), die ich gesucht habe: In letzter Zeit scheinen regelmäßig Alben zu erscheinen, die sich mit musikalischen "Gedanken" befassen, die ich früher schon einmal ansprechen wollte, jetzt aber vernachlässige, weil ich gezwungen bin, mich zu entscheiden, und immer versuche, auch unbekannte Namen aufzunehmen.... (In der Vergangenheit tauchten hier auch mehr Alben auf, die ich in der Summe nicht als besonders gelungen empfand, die ich aber dennoch für einige Aspekte hervorheben wollte....) Es war eine willkommene Explosion von Aktivitäten, und es hat sich gelohnt, ein kleiner Teil des Gesprächs gewesen zu sein und zu hören, dass einige erwartete (und unerwartete) Musik wahr geworden ist.... Und dann gibt es natürlich noch einzelne Musiker, die heute in der Lage sind, ziemlich regelmäßig und produktiv zu veröffentlichen (d.h. als Teil einer neuen Musikwirtschaft, im Guten wie im Schlechten...): Zuletzt habe ich den deutschen "architektonischen" Multi-Hornisten Udo Schindler im Juni 2023 rezensiert und dabei sein Bandcamp-Trioalbum Canto Senza Parole Recitativo (mit Eric Zwang Eriksson & Sebi Tramontana) erwähnt, und Schindler veröffentlicht dort auch weiterhin selbst, zuletzt Dense Bushes with Delicate Chirps (aufgenommen in München im September 2023). Für diese Veröffentlichung wurde Schindler von Irene Kepl - mit der er 2019 das Duo-Album Fabulierblättchen aufnahm, das bei Creative Sources... erschien - an der Violine und Karina Erhard - mit der er das Trio-Album (mit Damon Smith) The Munich Sound Studies Vol. 1 für FMR aufnahm, das hier im Januar 2021 besprochen wurde - an der Flöte begleitet. (Zufälligerweise ist Kepl auch auf Resonators mit George Cremaschi zu hören, worauf im vorherigen Eintrag hingewiesen wurde.... Und Schindler hatte bereits anderes Material mit Kepl und Erhard veröffentlicht, allerdings nicht zusammen.) Und wie der Titel andeuten mag - und regelmäßige Leser werden bemerken, dass ich hier manchmal selbst das Wort "Dickicht" verwende... - gibt es wesentlich mehr Gleichzeitigkeit als bei vielen Schindler-Veröffentlichungen, die in ihren melodischen Erkundungen eher offen und sehnig sind. (Letzteres könnte man zumindest von dem ersten selbstveröffentlichten Stück auf dem bevorstehenden Trio-Album mit Eriksson & Ardhi Engl, Sound Poems to the Risk, sagen, das in der Woche nach Dense Bushes mit Delicate Chirps aufgenommen wurde und auf Creative Sources.... erscheinen soll). Hier haben wir es also mit einer dichteren Interaktion zu tun, aber auch, wie der Titel andeutet, mit einem melodischen (generativen) Sinn, einer Art (polyphoner) Perspektivverschiebung zwischen Gestrüpp & Flattern nach vorne.... Es gibt also die meiste Zeit einen "größeren" Sound, d.h. mehr akkordische Erkundungen von Klangspektren, aber auch eine kollektive Verlangsamung, die manchmal in vertikalen Schichten verweilt. Zum Ende hin tauchen überlappende Linien in verschiedenen schrägen Winkeln auf und ab, was fast ein Gefühl von Wehmut hervorruft. Und ich ertappe mich dabei, wie ich mir wünsche, dass die Musik mit ihrer naturalistischen Atmosphäre und der manchmal dichten (aber immer in Bewegung befindlichen... lebendigen Dickicht...) Klanglandschaft weitergeht (viele von Schindlers Alben sind eher lang...).

Todd McComb - 23 February 2024

Udo Schindler (Krailling – München)

Dass ich mich im unausschöpflichen Arch-Musik-Meer des unermüdlich aus allen Rohren und Trichtern blasenden Kraillingers auf die bei FMR Records und Creative Sources triftenden Eisberge konzentriere, heißt nicht, dass die am_DigitaL-Files weniger Aufmerksamkeit verdienen würden. Doch sie in aller Fülle auszubreiten, würde BA in eine Schindler'sche Hauspostille verwandeln:

15.09.2023 – nochmal Basis_Klangraum München: „Tart Beauty in a Book Case“ (am_DL050) mit der Linzer Violinistin IRINA KEPL (denkt an Anthropods) als Klotho und Arachne. Schindler spielt zu ihren herb gezerrten und gekratzten, spitzfingrig geprickelten, dissonant schillernden, manisch gewetzten, diffus schwingenden Klangfäden tiefdunkle und helle Klarinette und – Überraschung – plonkplinkt Mandoline für rothkoeske Dramatik und

chräg intensivierte Klangfarben.

16.09.2023 – Projektraum Streitfeld: „Dense Bushes with Delicate Chirps“ (am_DL046) mit Schindler an Klarinetten & Kornett, wieder KEPL als bibberndes, flautandoeskes Flageolettchen, als Kratz- und Knarzbürste, plus KARINA ERHARD, die mit Flöten zwitschert, pfeift, pustet, trillert. Merke: Wissenschaft kann und soll jede/r, aber Einfühlsamkeit ist eine Gabe, die Kunst- und Freisinn voraussetzt (Camille Pissarro).

06.10.2023 – Basis_Klangraum München: „Oscillating Soundscapes“ (am_DL048) mit

wieder ERHARDs Vogelsang & KORHAN EREL, der mit Synth & Electronics blubbert, surrt und tüpfelt zu Schindlers Palette aus Kornett, Bassklarinette, Sopranosax und Tubax, von abyssal und knurrig bis altissimo.

22.11.2023 – Kurparkschlösschen Herrsching-Ammersee: „Voyelles Colorées Au Bord Du Lac“ (am_DL005), nochmal mit WINTSCH, nach gestern Mallarmé als poetischem Kettfaden nun mit dem bass- & kontrabassklarinett-gutturalen, mit Altosax & verstopftem Kornett kolorierten Anklang von Rimbauds 'Vokale': A noir. E blanc, I rouge, U vert, O blue.

21.01.2024 – Seidlvilla München: „Disturbed Terrains_2nd Revitalisation“ (am_DL052) mit der Pianistin RIEKO OKUDA (denkt an Tryon!), Schindler mit Bb-& Bassklarinette, Tenorsaxophon oder Slide Trumpet. Was Schindler da seinen neunerlei Mundstücken abnötigt, wie er da grollt, murrt, gurrt, presst, prustet, wie er als Blechreißer, kapitaler Klangspalter, rabiates Raukehlchen, Tiefgründler und Überbläser quiekt, girrt, krächzt, kollert, unkt, ululiert, urmelt und den Auerochsenblues anstimmt, das verrät einen angeborenen Spieltrieb, der vom Ringkampf mit den Tönen in der Gesellschaft von Gleichgesinnten nie die Schnauze voll bekommt.

Bad Alchemy 125 /3.2024

Including per my little Fundacja Sluchaj rundown last week, Udo Schindler continues to release prolifically: Besides that double album with bassist Paul Rogers, adding Eric Zwang Eriksson (drums) to the second half of the second disc (which, unlike most of those to be mentioned here, wasn't recorded consecutively, but rather more than a year later, in December 2023...), Schindler's recent releases involve a number of prominent colleagues, generally oriented around duos. (Zwang Eriksson is the only musician added to form trios for this recent output: A frequent partner of Schindler, but otherwise unknown, I mentioned him here with Canto Senza Parole Allegria in a June 2023 multi-review, i.e. discussing a "trio of trios" around Schindler, including as well the "Low Tone Studies" Dachau Polyphonics & Hybride Synergetics. The latter series is continued now with Rogers on the noted Ephemeral Locations from Sluchaj, involving a sometimes-ecstatic interaction suggestive of "world" styles at times, but also yielding a real "sax trio" vibe later when adding drums....) The recent duo collaborations include pianists as well, and although Schindler has collaborated with pianists in the past (including two albums on Creative Sources with the more minimalistic Masako Ohta, from 2019 & 2020, and already a duo anthology on Confront from 2017...), I hadn't really associated his output with piano (& its fixed pitches). However, e.g. the duo interaction with Swiss pianist Michel Wintsch (of WWW trio) apparently dates back many years, yielding now a lyrical & affective (even tender...) result in Toute L'âme résumée (recorded November 2023 & released by FMR). And then the double album (also on Creative Sources) with pianist Rieko Okuda is even more revelatory, vivid & edgy right from the start: Disturbed Terrains is the duo (& overall title...), recorded in the Munich area this past January, featuring one long track plus a (still exploring...) encore, but then Rummaging in Disturbed Terrain presents a trio (adding Zwang Eriksson) recorded the next night, yielding a particularly dynamic interaction, lines snaking in all directions-dimensions, but also various moments of repose.... Schindler has released a third session with Okuda on his Bandcamp, also a duo, but with shorter tracks, almost "character pieces" showing distinct textures. That's from a third consecutive date in January — and there's a next day concert with Wintsch there as well....) And although she's not as well known as Schindler's other duo partners here, I'd indeed noted Okuda previously, first on CS, but then with Takatsuki Trio Quartett featuring Silke Eberhard At Kühlspot (from 577 Records, reviewed here September 2021) — an album that I thought could capture some broader attention: Eberhard was in peak form, coming off a prestigious award, while Okuda displayed a particularly protean quality, continual dynamism & versatility (even playing viola on earlier albums...), including command of various traditional piano styles: Her combination here with Schindler is especially scintillating for the trio with drums, suggesting a strong connection throughout (even though the project began as a first meeting...). E.g. the extensive passage around tuba (which seems to have been lost in the credits, but appears in a photo!) for the second track is distinctive, and so is e.g. Schindler's tuba texture to close out HerzAtmungen, his duo album with Olaf Rupp (recorded in June 2023, noted here already in the review of F.I.M. earlier this month, where I'd wanted to compare Schindler's characteristic brass & string combos...). That album with Rupp (also from CS) is also over an hour, slowly building at times, but seemingly a natural combo, so maybe they'll continue... (& perhaps even add a third musician, e.g. a bowed string?). And then there's the release (again from FMR, recorded last July) with guitarist Andreas Willers (again in trio with Zwang Eriksson), Cassiber Complex, a stranger & more exploratory album, guitar basically providing only suspension & swell through the first half.... (Of course, Willers has appeared here prominently with Grid Mesh, most recently with Four, also on CS, reviewed June 2021....) And finally for this particular batch of releases, BASIS acoustronics with Thomas Lehn (recorded last November) is a shorter album released only on Schindler's Bandcamp, more intricate/intimate perhaps than some, but also relatively thin at times & exploratory.... In any case, besides the "obvious" (& suggestive...) collaboration with Rupp, the trio Rummaging in Disturbed Terrain makes the strongest impression here (amid this explosion of creativity from Schindler...): I don't review a lot of horn & piano combos (& Schindler does rely mostly on reeds, despite my brass comments...), but it's a long album that grabs me right from the start (while being the most recently recorded to be mentioned here as well...), remaining engaging & with strong energy. Like many artists, Schindler can seem so restless, always looking for something more or different, but it also seems that things really clicked with Okuda for this sequence. The entire series of releases seems to mark a next step....

30 July 2024 / http://www.medieval.org/music/jazz/ Todd McComb

Einschließlich meiner kleinen Fundacja Sluchaj-Übersicht von letzter Woche veröffentlicht Udo Schindler weiterhin fleißig: Neben dem Doppelalbum mit dem Bassisten Paul Rogers, bei dem Eric Zwang Eriksson (Schlagzeug) in der zweiten Hälfte der zweiten Scheibe hinzukam (die, anders als die meisten hier zu erwähnenden, nicht nacheinander, sondern mehr als ein Jahr später, im Dezember 2023, aufgenommen wurde...), sind Schindlers jüngste Veröffentlichungen mit einer Reihe prominenter Kollegen, in der Regel als Duos, angelegt. (Zwang Eriksson ist der einzige Musiker, der für die jüngste Veröffentlichung ein Trio bildet: Ein häufiger Partner von Schindler, aber ansonsten unbekannt, habe ich ihn hier mit Canto Senza Parole Allegria in einem Multi-Review vom Juni 2023 erwähnt, d.h. ein „Trio von Trios“ um Schindler besprochen, darunter auch die „Low Tone Studies“ Dachau Polyphonics & Hybride Synergetics. Die letztgenannte Reihe wird nun mit Rogers auf den bekannten Ephemeral Locations von Sluchaj fortgesetzt, wobei eine manchmal ekstatische Interaktion stattfindet, die manchmal an „Welt“-Stilen erinnert, später aber auch einen echten „Saxophon-Trio“-Vibe hervorbringt, wenn Schlagzeug hinzukommt (....). Die jüngsten Duo-Kollaborationen schließen auch Pianisten ein, und obwohl Schindler in der Vergangenheit mit Pianisten zusammengearbeitet hat (darunter zwei Alben auf Creative Sources mit der eher minimalistischen Masako Ohta aus den Jahren 2019 und 2020, und bereits eine Duo-Anthologie auf Confront aus dem Jahr 2017...), hatte ich sein Schaffen nicht wirklich mit Klavier (und seinen festen Tonhöhen) in Verbindung gebracht. Aber z.B. die Duo-Interaktion mit dem Schweizer Pianisten Michel Wintsch (vom WWW-Trio) liegt anscheinend schon viele Jahre zurück und führt nun zu einem lyrischen & affektiven (sogar zärtlichen...) Ergebnis in Toute L'âme résumée (aufgenommen im November 2023 & erschienen bei FMR). Und das Doppelalbum (ebenfalls bei Creative Sources) mit der Pianistin Rieko Okuda ist von Anfang an noch aufschlussreicher, lebendiger und kantiger: Disturbed Terrains ist das Duo (& Gesamttitel...), aufgenommen in der Gegend von München im vergangenen Januar, mit einem langen Stück plus einer (noch zu erforschenden...) Zugabe, aber dann präsentiert Rummaging in Disturbed Terrain ein Trio (mit Zwang Eriksson), aufgenommen in der nächsten Nacht, was eine besonders dynamische Interaktion ergibt, Linien, die sich in alle Richtungen schlängeln - Dimensionen, aber auch verschiedene Momente der Ruhe.... Schindler hat eine dritte Session mit Okuda auf seinem Bandcamp-Label veröffentlicht, ebenfalls ein Duo, aber mit kürzeren Stücken, fast „Charakterstücken“, die unterschiedliche Texturen zeigen. Das ist von einem dritten aufeinanderfolgenden Termin im Januar - und am nächsten Tag gibt es dort auch ein Konzert mit Wintsch....) Und obwohl sie nicht so bekannt ist wie Schindlers andere Duo-Partner hier, hatte ich Okuda schon früher bemerkt, zuerst bei CS, aber dann mit dem Takatsuki Trio Quartett featuring Silke Eberhard At Kühlspot (von 577 Records, rezensiert hier im September 2021) - ein Album, von dem ich dachte, dass es eine breitere Aufmerksamkeit erregen könnte: Eberhard war in Hochform und kam gerade von einer prestigeträchtigen Auszeichnung, während Okuda eine besonders proteanische Qualität, kontinuierliche Dynamik und Vielseitigkeit zeigte (sie spielte auf früheren Alben sogar Bratsche...), einschließlich der Beherrschung verschiedener traditioneller Klavierstile: Ihre Kombination mit Schindler ist hier besonders schillernd für das Trio mit Schlagzeug, was auf eine starke Verbindung schließen lässt (auch wenn das Projekt als erstes Treffen begann...). So ist z.B. die ausgedehnte Tuba-Passage (die im Abspann verloren gegangen zu sein scheint, aber auf einem Foto auftaucht!) im zweiten Stück unverwechselbar, ebenso wie z.B. Schindlers Tuba-Textur zum Abschluss von HerzAtmungen, seinem Duo-Album mit Olaf Rupp (aufgenommen im Juni 2023, hier bereits in der Rezension von F.I.M. Anfang des Monats erwähnt, wo ich Schindlers charakteristische Bläser- und Streicherkombinationen vergleichen wollte...). Das Album mit Rupp (ebenfalls von CS) ist ebenfalls über eine Stunde lang, baut sich manchmal langsam auf, scheint aber eine natürliche Combo zu sein, also werden sie vielleicht weitermachen... (und vielleicht sogar einen dritten Musiker hinzufügen, z.B. einen Streichinstrumenten?) Und dann gibt es da noch die Veröffentlichung (wieder von FMR, aufgenommen im letzten Juli) mit dem Gitarristen Andreas Willers (wieder im Trio mit Zwang Eriksson), Cassiber Complex, ein seltsameres und forschenderes Album, bei dem die Gitarre im Grunde nur die erste Hälfte des Albums trägt und anschwillt.... (Natürlich ist Willers hier auch mit Grid Mesh in Erscheinung getreten, zuletzt mit Four, ebenfalls auf CS, besprochen im Juni 2021....) Und schließlich ist BASIS acoustronics mit Thomas Lehn (aufgenommen im letzten November) ein kürzeres Album, das nur auf Schindlers Bandcamp veröffentlicht wurde. Es ist vielleicht intimer als andere, aber manchmal auch relativ dünn und explorativ.... Auf jeden Fall macht neben der „offensichtlichen“ (& suggestiven...) Zusammenarbeit mit Rupp das Trio Rummaging in Disturbed Terrain hier den stärksten Eindruck (inmitten dieser Explosion der Kreativität von Schindler...): Ich rezensiere nicht viele Bläser-Klavier-Kombinationen (und Schindler verlässt sich trotz meiner Kommentare zu den Blechbläsern hauptsächlich auf Bläser...), aber es ist ein langes Album, das mich von Anfang an fesselt (und gleichzeitig das jüngste Album ist, das hier erwähnt wird...), das einnehmend und mit starker Energie bleibt. Wie viele Künstler kann Schindler so rastlos wirken, immer auf der Suche nach etwas mehr oder etwas anderem, aber es scheint auch, dass es bei Okuda für diese Folge wirklich Klick gemacht hat. Die gesamte Serie von Veröffentlichungen scheint einen nächsten Schritt zu markieren....

Todd McComb / 30. Juli 2024

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And then Udo Schindler continues to be one of the most prolific horn players in this space: I'd only just reviewed his Disturbed Terrains in July (& right before that, noted Ephemeral Locations with Paul Rogers, with whom Schindler will also be releasing a new duo album on Confront...), but do want to add some thoughts already on the new trio album Soundforge Laboratory, recorded live this April in Munich with Karina Erhard (flutes) & Noid (cello) (& with Schindler entirely on clarinets...). From my perspective, Soundforge Laboratory is a followup to Dense Bushes with Delicate Chirps (reviewed here in February this year) already with Erhard plus Irene Kepl on violin. The switch to the lower register cello alongside the woodwinds yields a much longer album then, roughly twice the length, various held tones & drones extending passages & figures temporally. (The lower register of the cello also involves fewer textural clashes than violin, i.e. both less "density" & a greater sense of space & resonance.) However, even without the "dense bushes," the "delicate chirps" do often remain, slowly shifting textures involving as well lines that maintain their continuity, sometimes at quite leisurely paces. The pregnant, quasi-lyrical opening immediately captivates me though, and there're then plenty of other fine, textural-line interactions throughout the album, which does nonetheless come off as exhaustingly long sometimes.... In any case, as noted around other recent Schindler releases, he often prefers duos, and in this case, already published (on Bandcamp in July) a duo album with Noid (aka Arnold Haberl of Vienna, b.1970), Sound Forge Dialogues (recorded the day before the trio): That album can seem rather tentative to start, but does tauten & intensify around similar dynamics, i.e. austere drones against more cheerful quasi-melodic snippets & extended continuities.... (Adding flute seems like a perfect plan, actually!) And then Erhard — who, pace my earlier comments regarding Eric Zwang Eriksson, is specifically one of Schindler's main trio partners — had already returned (after Dense Bushes with Delicate Chirps, recorded in September 2023) with Oscillating Soundscapes (recorded in October 2023) with Korhan Erel — the latter mentioned here already with Schindler for the trio Sound Energy Transformation (with Sebi Tramontana, as reviewed February 2018): Their prior trio album Surfiction (from 2022) does seem more coherent.... I hadn't noted Noid here previously, though. And then per Dense Bushes with Delicate Chirps, there's quite a bit of naturalism evoked by Soundforge Laboratory, but also more variety of open & flowing textures (maybe almost spacey, pace foregoing thoughts here...). I'm also particularly appreciating the place (i.e. register) of the cello: Schindler has been recording regularly with a series of double bassists (i.e. in his Low Tone Studies series, often involving low horns himself as well...), and then of course there was violin recently, but the tenor (middle) range for a string interaction appears to prompt some wonderful new textures & (sometimes inverting) vistas.... (The "sound installation" experience from Noid also seems to be a welcome factor, particularly in the resulting probing of acoustic space. An "indoor" vibe thus contrasts with e.g. the zoomimesis of other passages, sometimes even leading to some jazzier sequences....) So what are the political implications of a project such as this? For one, exploring new ways (including tunings) for interacting musically is, at least in principle, decolonizing. And then there's the feel for line that Schindler in particular brings to his playing, senses of continuity & movement, a kind of history (or historical enactment, I might say...) that quite simply never gets "stuck." (Time itself could even be said to dilate here instead....) In this music, there're consequently always paths forward — so many in fact, that they still need much (laboratory...) exploring!

Und dann ist Udo Schindler nach wie vor einer der produktivsten Bläser in diesem Bereich: Ich hatte gerade erst im Juli sein Disturbed Terrains rezensiert (& kurz davor Ephemeral Locations mit Paul Rogers, mit dem Schindler auch ein neues Duo-Album auf Confront veröffentlichen wird...), möchte aber schon jetzt ein paar Gedanken zum neuen Trio-Album Soundforge Laboratory hinzufügen, das im April in München mit Karina Erhard (Flöten) & Noid (Cello) live aufgenommen wurde (& mit Schindler komplett an den Klarinetten...). Aus meiner Sicht ist Soundforge Laboratory eine Fortsetzung von Dense Bushes with Delicate Chirps (hier im Februar dieses Jahres rezensiert), bereits mit Erhard und Irene Kepl an der Violine. Der Wechsel zum tieferen Register des Cellos neben den Holzbläsern ergibt ein viel längeres Album, etwa doppelt so lang, mit verschiedenen gehaltenen Tönen und Drones, die Passagen und Figuren zeitlich erweitern. (Das tiefere Register des Cellos bringt auch weniger texturale Zusammenstöße mit sich als die Violine, d.h. sowohl weniger „Dichte“ als auch ein größeres Gefühl von Raum und Resonanz). Aber auch ohne das „dichte Gebüsch“ bleiben die „zarten Zirpen“ oft erhalten, langsam wechselnde Texturen, die auch Linien einbeziehen, die ihre Kontinuität beibehalten, manchmal in recht gemächlichem Tempo. Der trächtige, quasi-lyrische Anfang zieht mich sofort in seinen Bann, und es gibt noch viele andere feine Textur-Linien-Interaktionen während des gesamten Albums, das allerdings manchmal etwas langatmig daherkommt.... Auf jeden Fall bevorzugt Schindler, wie schon bei anderen Veröffentlichungen der letzten Zeit erwähnt, oft Duos, und in diesem Fall hat er bereits (auf Bandcamp im Juli) ein Duo-Album mit Noid (alias Arnold Haberl aus Wien, geb. 1970) veröffentlicht, Sound Forge Dialogues (aufgenommen am Tag vor dem Trio): Dieses Album kann anfangs recht zaghaft wirken, strafft und intensiviert sich aber um ähnliche Dynamiken, d.h. herbe Drones gegen fröhlichere quasi-melodische Schnipsel und ausgedehnte Kontinuitäten.... (Die Hinzufügung von Flöte scheint eigentlich ein perfekter Plan zu sein!) Und dann war Erhard - der, wie ich bereits in Bezug auf Eric Zwang Eriksson bemerkt habe, einer von Schindlers Haupttriopartnern ist - bereits zurückgekehrt (nach Dense Bushes with Delicate Chirps, aufgenommen im September 2023) mit Oscillating Soundscapes (aufgenommen im Oktober 2023) mit Korhan Erel - letzterer wurde hier bereits mit Schindler für das Trio Sound Energy Transformation (mit Sebi Tramontana, wie im Februar 2018 besprochen) erwähnt: Ihr vorheriges Trio-Album Surfiction (aus dem Jahr 2022) wirkt eher kohärent.... Noid hatte ich hier allerdings noch nicht notiert. Und dann gibt es auf Dense Bushes with Delicate Chirps eine Menge Naturalismus, der von Soundforge Laboratory heraufbeschworen wird, aber auch eine größere Vielfalt an offenen und fließenden Texturen (vielleicht fast spacig, pace foregoing thoughts here...). Ich schätze auch besonders den Platz (d.h. das Register) des Cellos: Schindler hat regelmäßig Aufnahmen mit einer Reihe von Kontrabassisten gemacht (z.B. in seiner Low Tone Studies-Reihe, bei der er oft auch tiefe Hörner mit einbezieht...), und dann war da natürlich noch die Violine in letzter Zeit, aber die Tenor-(Mittel-)Tonlage für eine Streicherinteraktion scheint einige wunderbare neue Texturen & (manchmal invertierende) Ausblicke zu ermöglichen.... (Die „Klanginstallations“-Erfahrung von Noid scheint ebenfalls ein willkommener Faktor zu sein, insbesondere bei der daraus resultierenden Erkundung des akustischen Raums. Ein „Indoor“-Vibe kontrastiert so z.B. mit der Zoomimesis anderer Passagen, was manchmal sogar zu jazzigeren Sequenzen führt....) Welche politischen Auswirkungen hat ein Projekt wie dieses? Zum einen ist das Erforschen neuer Wege (einschließlich Stimmungen) für die musikalische Interaktion zumindest im Prinzip dekolonisierend. Und dann ist da noch das Gespür für die Linie, das Schindler insbesondere in sein Spiel einbringt, das Gefühl für Kontinuität und Bewegung, eine Art Geschichte (oder historische Inszenierung, könnte ich sagen...), die ganz einfach nie „stecken bleibt“. (Man könnte sogar sagen, dass sich hier die Zeit selbst ausdehnt....) In dieser Musik gibt es folglich immer Wege nach vorne - so viele, dass sie noch viel (Labor...) erforscht werden müssen!