Rome Hills

EMPTY PIGOENHOLE

hut ab

spielzeit atemzeit horizontzeit

pneuma_foe156

rot

SCHI.VA

pneuma_visuals

kleine klassiker

 

 

Rome Hills

 

... Die Geschichte dieser Musik ist zum großen Teil noch unbekannt. Rom 2012. Im Februar während eines kurzen Aufenthalts, der mich durch die Plätze der Stadt zog, schon angenehm warm, entfernt den Fluchtpunkten im Norden, irgendwie angekommen in einer vorläufigen Brutstätte des Seins, dort wo Passolini seine Menetekel in den Äther schrieb. Die Cafes in denen dieser gerann konnten ihre Ruhe nur knapp verbergen und jene Orte an denen Erinnerung zelebriert wird sind so alt, dass jüngstes Vergessen kaum auffällt. Geschichte verschwindet gerade um die Ecke. Einer der sich „dagegen“ aufmachte war der untypische Römer Massimo, der aus den Bergen vor Rom, den ich vor der inzwischen gänzlich geklitterten Fiaschetteria, einstiger Sammelpunkt jener römischen Künstler traf und der mir also zum aktuellen italienischen „update“ verhalf. Auf der Rückfahrt später im Zug, als mir, wie die Tage vorher schon der soul von AH23 leise ins Ohr blies, springt mein googeln auf ein Video, dass ich gar nicht suchte. Irgendetwas mit John Cage. Cathy Berberian, die jenes Stück sang, brachte es fertig dass mich jene Stimme, der ich via link folgte, wieder einholte. So etwas wie „gelb“ und „Holz“, hab ich dann später erfahren,... „Yellerwood“. Diese Stimme aus den römischen Bergen, die sich so „berberianhaft“ anhörte, die mich weitertrieb. Was anschloss war die Frage an jene Unbekannte via Massimo Ricci, ob sie nicht dem Torso der Aufnahmen die im Oktober 2011 mit Udo, dem umtriebigen Multireedman entstanden, eine weitere Note verleihen wolle. Der Sound pendelte fortan hin und her, mit ein paar Worten noch bespickt bis vorliegendes Album zu einer eigentümlich feinen Stimmung gerann. Etwas von Schönberg, von Berberian, von irgendwelchen Naturwesen, ....
Alles was sich kennt sind die Klänge.....

 

Hubert Bergmann

 

udo schindler & katharina weber –
spielzeit atemzeit horizontzeit
unit records utr 4484

SCHINDLERS SALON


Seit 2009 lädt UDO SCHINDLER in die Bergstraße 28c in Krailing, in seinen Salon für Klang & Kunst. Sebastiano Tramontana hat sich da schon eingefunden, Frank Gratkowski und Hubert Bergmann. Der hat dabei ebenso das Pleyel-Piano bespielt (#13) wie Hans Poppel (#21) und Claudia Ulla Binder (#40). Dieses Piano ist also eine feste Größe bei den Salon-Begegnungen, von denen nun #28 (27.07.12) als Spielzeit Atemzeit Horizontzeit (Unit Records, UTR 4484) mit KATHARINA WEBER nachhörbar ist. Da der Berner Dichter Franz Dodel Schindlers geteilten Atem mit der Berner Pianistin schon unübertrefflich bedichtet hat, fällt es nicht leicht, deren bereits auch durch drei Intakt-Veröffentlichungen gewürdigtes Spiel in ein noch deutlicheres Licht zu rücken. Webers Pianistik unterscheidet sich von der von Irene Schweizer wie György Kurtágs Musik von den Ivory & Ebony-Grooves auf den Zugvogelrouten. Ihr bedächtiges Spiel hat klassisches Kammerformat und eine von jazzigen Phrasierungen zwar keineswegs unbeleckte, aber doch relativ unabhängige Poetik. Die sich dennoch gern Schindlers Flirtversuche als 'Schwarzdornderwisch' auf der Bassklarinette oder als knöriger Bajazzo mit dem Kornett gefallen lässt. Da hilft sie seiner Verstopfung mit sprudelndem Geperle auf den Topf. Schindler gibt sich mit Kontrabassklarinette noch wurzelseppiger, die Schläge, mit denen ihn Weber auf Trab bringt, sind mehr als bloß Denkanstöße. Sie stößt ihn auf offene Horizonte zu, er macht quengelig mit, stöbert aber, sopranistisch verschlankt, bald auch schon vorneweg ins 'sperrgebiet aus windkeilen und pilzringen', sie bleibt ihm accelerierend auf den Fersen. Er raspelt Spaltklänge, brodelt Spucke, sie spintisiert im Klavierinnern, pocht aufs Bassregister, plonkt an Holz und Draht. Er ploppt und gurrt, sie klopft mit einem Stöckchen, harft und pingpongt im Innenklavier. Plötzlich klimpert sie im höchsten Tempo drauflos um sich auch schnell wieder zu beruhigen, während Schindler weiterhin an der Wurzel nagt. Um danach auf der Kontrabassklarinette zu flippern, von Webers Gnomengetrappel umwuselt. Zuletzt kosten die beiden noch den Kontrast zwischen pianistischer Mondscheintristesse und närrisch verquerem Kornettgetröte aus. So köstlich lässt sich Zeit nutzen.


[BA 79 rbd] Rigobert Dittmann

 

SCHI.VA

Pilgrims of Sound / pilgrims-of-sound.com
Udo Schindler (ss, cl, cornet)
Fredi Pröll (dr, perc), Uli Winter (c)


Man sollte dieser CD-Produktion nicht vorschnell religiöse Motive unterjubeln, nur weil man sie mit der hinduistischen Gottheit Shiva in Assoziation bringen kann bzw. möchte. Wenn man das Irrationale ausspart – was, nebenbei gesagt, ohnehin immer das Beste ist –, kommt man zum Beispiel auf die Lesart: Schindler + „Va Servito Ben Fresco“, wie sich Uli Winter & Fredi Pröll ihrerseits als Duo nennen. – Und erwartet durch den Übertitel „Live-Series, Highlights of Improvisation“ weitere Würfe aus der Schindler'schen Musikmanufaktur. Andererseits beabsichtigt man mit dem Wortspiel ein Spiel mit Begrifflichkeiten und mit der Symbolik von Shiva, die mit steter Veränderung und Transformation verknüpft ist. Im Zusammenspiel mit den Mühlviertler Freunden, die neben ihrer Musik untrennbar mit dem Ulrichsberger Jazzatelier verbandelt sind, steht Improvisation ohne Netz und doppelten Boden an der Tagesordnung. Live aufgenommen im Münchener Club „Schwere Reiter“, vollführt das Trio eine abenteuerliche Reise durch ungesichertes musikalisches Gelände. Was außerdem für den Kauf dieser Produktion spricht, ist die Covergestaltung – für den Ästheten Udo Schindler, im Brotberuf Architekt, eine Selbstverständlichkeit. So haben wir es im vorliegenden Fall mit einer besonders schönen Holz-Papier-Konstruktion im A5-Format zu tun. Optisch und akustisch ein Schmuck für jede Sammlung, die etwas auf sich hält. (felix)

 

Freistil – Magazin für Musik und Umgebung #46
Dezember 2012/Jänner 2013

 

ELISABETH HARNIK & UDO SCHINDLER
EMPTY PIGOENHOLE
Creative sources cs247cd

 

Ganz toll! Von grosser Klarheit in der Wahl der klanglichen Mittel, in den formalen Abschnitten und im Zusammenspiel! Mir gefällt das Klavierspiel von Elisabeth sehr, und ihr Spiel im Flügelinnern passt wunderbar mit deinen Klängen zusammen oder umgekehrt. Gratulation!


Katharina Weber (Schindler & Weber – spielzeit atemzeit horizontzeit / unit rec. UTR4484)

 

UDO SCHINDLER
pneuma_foe156
UDO SCHINDLER


pneuma_visuals
beide: arch-musik/arch.musik.de
Udo Schindler (ss, bcl, cornet)


„Pneuma“ betitelt der Saxofonist & Bassklarinettist Udo Schindler seine Solo-CD-Reihe, die er auf drei Editionen anlegt. Die ersten beiden Dokumente sind, limitiert auf jeweils 100 Stück, soeben erschienen. Die Bedeutung des Titels, der nach Bedarf mit Begriffen wie Luft, Hauch oder Geist zu übersetzen wäre, nimmt eine zentrale Rolle in Schindlers Schaffen ein. Man kann „Pneuma“ auch ins Architektonische übertragen, bedenkt man Schindlers offene Hauskonzerte in seinem „Salon für Klang & Kunst“, gelegen in Krailling nahe München. CD #1 trägt den kryptischen Untertitel „foe156“, dessen Auflösung die gleichnamige Münchener Galerie ergibt, in der Schindler die Musik zur „Ausstellungohnetitel“ von Maciek Czapski beisteuerte. CD #2, „visuals“, bezieht sich auf Musik zu ebensolchen, die Harald Rettich aka rettnoise projizierte. Auf der CD hat das Dokument freilich ohne visuelle Komponente zu funktionieren. Wie sich herausstellt, ist Udo Schindlers Blasmusik sehr wohl mit der Fähigkeit zur Bilderproduktion ausstaffiert. Alles wurde in Realtime aufgenommen, ohne Overdubs oder ähnlichen Schnickschnack, alles klingt unverwechselbar, betörend und sehr intensiv. (felix)

 

freiStil - Magazin für Musik und Umgebung #45 / 10.2012

freistil.klingt.org

 

rot

Das Trio 'schindler / holzbauer / lillmeyer' entwickelte sich aus der Zusammenarbeit im 'Munich Instant Orchestra'. Die improvisierte Kammermusik der drei Musiker ist geprägt u.a. durch die Konfrontation der jeweiligen musikalischen Ursprünge der Spieler (freier Jazz, alte, experimentelle und zeitgenössische Musik), der Gegenüberstellung elektronischer und akustischer Klänge, erweiterter Spieltechniken (Multiphonics, Mikrotonalität, Präparierungen, elektronische Klanggestaltung) und der Nichtidentifizierbarkeit der Klangerzeuger.
Der Improvisationsansatz reicht von kaum wahrnehmbaren, subtilen bis zu hochenergetischen Soundereignissen.

 

Udo Schindler: soprano saxophone, bassclarinet
Margarita Holzbauer: violoncello
Harald Lillmeyer: electric guitar, electronics

Im Dezember 2008 erschien bei creative sources, www.creativesourcesrec.com

ihre erste gemeinsame CD: rot [cs 151]

 


 

unglaublich konsequent
alles verweigert
nur hören bleibt
sogar nebenbei
GRATULATION

 

 

incredibly consistent
refused everything
listening and nothing else
even en passant
CONGRATULATION

 

Wolfgang Heisig (Komponist/composer –Dresden)

KLANGPROBEN

 

SCHINDLER+RICHTER KLEINE KLASSIKER / arch.musik 001
 
So sollte Musik nicht mehr entstehen. Man kennt heute – zumindest aus der Welt des Jazz und der improvisierten Musik – nahezu ausschließlich so genannte „Projekte“, bei denen Musiker sich um eine verschieden substantielle Idee scharen und ihre jeweilige Technik einbringen. Das bringt gelegentlich gute Resultate. Es gibt aber auch eine andere Tradition: Musiker, die über Jahre und Jahrzehnte zusammen arbeiten, an einander wachsen, sich befruchten. Nur selten – Duke Ellingtons Orchester, das Modern Jazz Quartet, das Art Ensemble of Chicago - überleben solche Verbindungen die Marktsituation. Udo Schindler und Stephan Richter finden sich seit etwa zwei Jahren in einer ökonomisch völlig uninteressierten Situation zusammen, um zu spielen um des Musizierens willen. Über den Zeitraum eines halben Jahres hinweg entstehen bei solchen zweiwöchentlichen Sessions eine Reihe von Aufnahmen – ohne Studio, ohne das Gekünstelte einer Aufnahmesituation. Aufnahmen ohne jede Absprache der Musiker untereinander, komplett improvisiert und aus dem Moment geboren. Diese CD läßt acht Segmente aus dieser Kette kleiner Klassiker hören. So sollte Musik entstehen.
 
 
This is no longer the way to make music. In the world of jazz and improvised music, we hear about almost nothing else apart from so-called "projects" in which musicians crowd around a disparately substantive idea and contribute their own special technique. The results are sometimes good. However, there is another tradition, namely that of musicians who work together for years and years, who grow together and who nurture and encourage each other. It is rare that such liaisons survive the realities of the marketplace – Duke Ellington's Orchestra, the Modern Jazz Quartet and the Art Ensemble of Chicago are examples of the survivors. For roughly two years now, Udo Schindler and Stephan Richter have been getting together to play, just for the sake of making music and not for the sake of making an economic success out of their venture. Over the space of six months, their fortnightly sessions have produced a series of recordings – without a studio and all the fuss that goes with regular recording sessions. Recordings without any prior discussion between the musicians, totally improvised and born out of the moment. This CD gives us eight links from this chain of "little classics". This is the way to make music.

 

Udo Schindler Bb-clarinet, soprano, tenor saxophone,
Dr. Stephan Richter guitars

All Compositions by Schindler+Richter (GEMA)
Recorded & Mixed by Udo Schindler at Studio MAI1
(May-November 2006)
Mastering by Hubert Bergmann
Cover by Manuela Müller
Produced by Udo Schindler

 

Bergmann + Schindler
Hut ab... / mudoks records

Es ist ein reich bespieltes Feld, auf dem Pianist Hubert Bergmann und Saxofonist Udo Schindler sich die Bälle zuwerfen, und es ist sicher müßig, sich zu überlegen, welches Spiel hier eigentlich gespielt wird.
American Football? Dafür sind die Spieler zu schlank, zu gelenkig.
Zu intelligent sind die Pässe. Hockey? Zu esoterisch.
Dies ist mehrheitsfähige Musik, die Kommunikation ist klar nachvollziehbar.
Improvisiertes für jeden Hörer. Basketball? Handball? Fußball?
Völlig egal.
Jeder Ball landet in Tor, Korb, oder was immer auf dem Feld herumsteht.
Im Ohr des Hörers jedenfalls.
Hut ab...


Text: Dr. Stephan Richter

 

BERGMANN / SCHINDLER
hut ab
mudoks / mudoks.com / rec: 06
Hubert Bergmann (p), Udo Schindler (ts, ss, fl, bcl)

Punktgenaue Ziellosigkeit; ein Suchen und Finden; ein Geben und
Nehmen finden da bei ständigem Fließen und Tasten statt. Next stopWuppertal? Oder Brooklyn? Wer weiß das schon. Wenn man mit derart traumwandlerischer Sicherheit einen solch schwierigen Parcours meistert, dann müssen die Grundkomponenten stimmen, muss eine homogene Basis dem Improvisationsgeschehen Halt und Richtung geben. Mit schnörkelloser Geradlinigkeit werden die Punkte im Raum vermessen, wird ein Haus aus Tönen gebaut, ein Raumschiff aus Kanten, Ecken und kuscheligen Rundungen
geschaffen, flugfähig und deshalb unbedingt dafür geschaffen, abzuheben in die Weiten des Alls. Ja, die Hörkulinarik kommt auch nicht zu kurz; keine Kaputtspielhaltung gefährdet das Szenario, es wird mit frivoler Leichtigkeit dem genussvollen Miteinander gefrönt. So bekommen Herz und Hirn Nahrung
geboten, werden mit einem Augenzwinkern die Fußfesseln der Konvention abgestreift, und man wird als mündiger Hörer mit einer Stunde freier Musik belohnt, die einen erfrischt und heiter zurücklässt. Hut ab! (mitter)

 

freiStil, Magazin für Musik und Umgebung #35



SCHINDLER+RICHTER WINTERBEUTE 2006
15 Improvisationen

1.ts+g.1/ 2.cl+g.1/ 3.fl+g.1/ 4.cl+g.2
5.ts+g.2/ 6.cl+g.3/ 7.fl+g.2/ 8.cl+g.4
9.bcl+g.1/ 10.ts+g.3/ 11.cl+g.5/ 12.fl+g.3
13.cl+g.6/ 14.bcl+g.2/ 15.ts+g.4
Dr. Stephan Richter – g.+eg.
Udo Schindler – ts, cl, bcl, fl
Aufnahmen im ‚Studio Mai1’

Auflage 50 Stück - vergriffen

 


 

SCHINDLER+RICHTER Duos 1-2006

Fünfzehn ‚short cuts’Dr. Stephan Richter - eg.
Udo Schindler - ts, cl, bcl, flAufnahmen im 'Studio Mai1'
(direkt-to-DAT)

Auflage 50 Stück - vergriffen

 


 

SCHINDLER+RICHTER Duos 2-2006


Dreizehn ‚short cuts’Dr. Stephan Richter - eg.
Udo Schindler - ss, clAufnahmen im 'Studio Mai1'
(direkt-to-DAT)

Auflage 50 Stück - vergriffen